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Dormagen: Randalierer auf Zonser Friedhof

Dormagen : Randalierer auf Zonser Friedhof

Unbekannte haben die Trauerhalle auf dem Heidefriedhof in Zons mit türkiser Farbe beschmiert, die Toilette aufgebrochen und beschädigt, Grablichter zerschmettert. Der Schaden beträgt rund 1500 Euro. Die Polizei ermittelt.

Bestattungen auf dem Heidefriedhof in Zons sind in dieser Woche nicht geplant. Glücklicherweise. Angehörigen eines verstorbenen Menschen würde beim Anblick der Trauerhalle wohl ein Schock in die Glieder fahren. Unbekannte haben das Gebäude von oben bis unten mit türkiser Farbe beschmiert. Zu lesen ist unter anderem die Parole "ACAB" ("All Cops Are Bastards", "Alle Polizisten sind Bastarde"). Die Täter haben Gießkannen zertreten, Grablichter zerschmettert. Die Toilettenanlage auf der Rückseite der Trauerhalle wurde aufgebrochen und ebenfalls verwüstet.

Foto: Stadt Dormagen

Keine konkreten Hinweise

Nach den Erkenntnissen der Polizei hat sich die Tat zwischen Mittwochnachmittag und Freitagmittag ereignet. "Der genaue Zeitpunkt ist unklar", sagt Sprecherin Diane Drawe. Konkrete Hinweise auf die Verursacher gebe es bislang nicht. Die Ermittler gehen davon aus, dass es sich um sogenannte örtliche Täter, also Personen aus Zons oder der Umgebung handelt.

Nach Angaben der Dormagener Friedhofsverwaltung gibt es keinen unmittelbar Geschädigten. Die Kerzen haben die Randalierer offenbar von einem anonymen Grabfeld genommen. "Man glaubt nicht, dass Menschen so etwas tun. Das macht einen persönlich so betroffen", sagt die Leiterin der Friedhofsverwaltung, Angela Schiffer. Die Schmierereien sollen "so schnell wie möglich" entfernt werden. Die Kosten für die Reinigung der Trauerhalle und die Instandsetzung der Toiletten beziffert Schiffer auf rund 1500 Euro.

Der Pfarrer von St. Martinus, Peter Stelten, ist entsetzt über die Zerstörungswut. "Das ist ein Spiegelbild der Gesellschaft", sagt er. Er beklagt "mangelnden Respekt" vieler Menschen vor Werten und Gesetzen. Grenzen würden nicht mehr akzeptiert. "Wir müssen auch lernen, mit unserer Freiheit umzugehen", mahnt der Pfarrer, der eine "erhebliche Zunahme" von Vandalismus im Umfeld von Kirchen beobachtet. Zuletzt war unter anderem an der Kirche in Horrem ein Fenster mit einer Bierflasche eingeworfen worden.

Vergleichbare Vorfälle wie jetzt in Zons hat es nach Angaben der Friedhofsverwaltung in der Vergangenheit nicht gegeben. Zwar würde öfter in Trauerhallen eingebrochen und technisches Gerät gestohlen, sagt Schiffer. Regelmäßig gebe es zudem Klagen von Bürgern über gestohlene Pflanzen bzw. Blumensträuße. "Aber Vandalismus in diesem Ausmaß haben wir noch nicht erlebt." Die Friedhofsverwaltung hat beantragt, dass Mitarbeiter des Ordnungsamtes den Friedhof ab sofort in den Abendstunden regelmäßig kontrollieren.

(NGZ)