Dormagen: Radler-Unfall: SPD fordert Maßnahmen

Dormagen: Radler-Unfall: SPD fordert Maßnahmen

Der E-Bike-Fahrer, der am Freitag bei Zons angefahren worden war, schwebte gestern laut Polizei noch in akuter Lebensgefahr. Die Unfallstelle soll sicherer werden. Die Sozialdemokraten wollen eine Ampel oder Temporeduzierung.

Daniela Dässel konnte auch gestern noch keine Entwarnung geben. "Leider hat sich die Situation nicht verbessert", teilte die Sprecherin der Kreispolizei auf Anfrage unserer Redaktion mit. Der 23-jährige Dormagener, der am Freitagabend mit seinem E-Bike nahe Zons vom Wagen eines 32-jährigen Kölners erfasst worden war, schwebe weiterhin in akuter Lebensgefahr. Der Mann war laut Polizei in Höhe der Hagelkreuzstraße von dem kombinierten Rad-/Gehweg nach links auf die Aldenhovenstraße abgebogen, wo es dann zum Zusammenstoß gekommen war. Der Verunglückte sollte zunächst mit einem Rettungshubschrauber, der auf dem Sportplatz des FC Zons gelandet war, ins Krankenhaus gebracht werden. Letztlich entschieden sich die Helfer vor Ort aber für den Transport in einem Rettungswagen. Der SPD-Ortsverein Zons fordert nun Konsequenzen aus dem schweren Unfall. Die Politiker wollen die Kreuzung Aldenhovenstraße/Hagelkreuzstraße sicherer machen lassen.

Doris Rexin-Gerlach, Vorsitzende der SPD Zons, sieht dringenden Handlungsbedarf: "Hier passieren immer wieder schlimme Unfälle, bei denen Fahrradfahrer verletzt werden. Durch das Gehöft an der Aldenhovenstraße und den Bewuchs längs der Kreisstraße 12 sehen Autofahrer, die in Richtung Zons fahren, querende Fahrradfahrer oft viel zu spät." Die Sozialdemokraten sehen zwei Möglichkeiten, um Abhilfe zu schaffen: entweder eine Bedarfsampel für Fahrradfahrer und Fußgänger, die auf Knopfdruck auf Grün wechselt, oder die Reduzierung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit von derzeit 70 auf 50 Stundenkilometer. Beides würde das Unfallrisiko deutlich senken, glauben die Sozialdemokraten.

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Eine Unfallhäufungsstelle im amtlichen Sinne ist der Bereich indes nicht. Polizeisprecherin Diane Drawe bestätigt zwar, dass dort "immer mal wieder etwas passiert". In den vergangenen acht Jahren wurden aber an der Einmündung Hagelkreuzstraße/Aldenhovenstraße seitens der Polizei lediglich fünf Unfälle mit Fahrradfahrern registriert, der vom vergangenen Freitag schon eingerechnet.

Nichtsdestotrotz sind Radler auch in der um Fahrradfreundlichkeit bemühten Stadt Dormagen gefährdet. Für das zweite Halbjahr 2017 weist die Polizeistatistik dort 45 bei Unfällen verletzte Fahrradfahrer aus. Eine Gefahrenstelle befindet sich nicht weit vom Ort des aktuellen Unfalls entfernt: Dort, wo Radler von der Aldenhovenstraße über die Bundesstraße 9 auf die Zonser Straße bzw. in umgekehrte Richtung wechseln wollen, hat es in der Vergangenheit auch schon mehrere folgenschwere Zusammenstöße gegeben. "Die Stadt und wir als Polizei gehen sehr sensibel mit dem Thema um", versichert Polizeisprecherin Drawe. In Dormagen liefen immer wieder gemeinsame Aktionen für mehr Sicherheit von Radlern, zum Beispiel "Aufgepasst - habt Euch im Blick", bei der Verkehrsteilnehmer zu gegenseitiger Rücksichtnahme aufgerufen werden - und dazu, den Blickkontakt miteinander zu suchen.

(ssc)
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