Dormagen/Düsseldorf: Prozess gegen Softair-Schützen beginnt neu

Dormagen/Düsseldorf : Prozess gegen Softair-Schützen beginnt neu

Am Düsseldorfer Landgericht wird am 7. Oktober der Prozess um mehrere Schüsse auf Passanten in Dormagen und Neuss neu aufgerollt. Angeklagt ist ein 21-jähriger Mann aus Dormagen.

Mark H. (Name geändert) soll im Sommer 2010 mit einem Freund im Auto unterwegs gewesen sein und als Beifahrer auf mehrere ahnungslose Menschen mit einer "Softair-Waffe" geschossen haben. Ursprünglich hatte ihn das Neusser Amtsgericht wegen seiner Taten zu einem Jahr Haft auf Bewährung verurteilt.

Dagegen hatte der junge Dormagener Berufung eingelegt. Ende Juli sollte darüber vom Düsseldorfer Landgericht verhandelt werden. Da jedoch wichtige Zeugen fehlten, wurde der Prozess abgebrochen und auf den 7. Oktober verschoben. Jetzt wollen Staatsanwaltschaft, Gericht und Verteidigung endlich zu einem Ergebnis kommen. Zuletzt jedenfalls hatte Mark H. bestritten, absichtlich auf Passanten geschossen zu haben. "Wenn überhaupt, will er die Personen aus Versehen getroffen haben", so der zuständige Staatsanwalt Glüsenkamp, "angeblich wollte er nur Verkehrsschilder treffen."

Ziel des Angeklagten sei es, eine Verurteilung wegen fahrlässiger Körperverletzung zu erreichen. "Darüber hinaus gibt er an, nicht für alle Schüsse selbst verantwortlich zu sein. Er behauptet, sein Begleiter im Auto habe auch geschossen." Ob das stimmt, soll nun mit Hilfe von Zeugen geklärt werden.

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Die Opfer waren im Sommer letzten Jahres laut Anklage in Dormagen und Neuss von mehreren Plastikgeschossen aus der Softair-Waffe des Angeklagten getroffen worden. Mehrere Passanten wurde an Armen und Beinen getroffen, ein Opfer sogar im Gesicht. Zurück blieben meist schmerzhafte Rötungen, die allerdings komplett ausgeheilt sind.

Im Prozess will die Staatsanwaltschaft prüfen, ob bei Mark H. generell "schädliche Neigungen" vorliegen. "Er hat bereits eine ganze Reihe von Vorstrafen", so der zuständige Staatsanwalt gegenüber der NGZ. Für den Prozess ist zunächst ein Verhandlungstag angesetzt. Das Landgericht will demnach noch am 7. Oktober das Urteil verkünden.

(NGZ)
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