Dormagen/Düsseldorf: Prozess: Dormagener droht Psychiatrie

Dormagen/Düsseldorf : Prozess: Dormagener droht Psychiatrie

Am Düsseldorfer Landgericht beginnt heute der Prozess gegen den 24-jährigen Dirk S. (Name geändert) aus Dormagen. Er soll für die Allgemeinheit gefährlich sein und muss nun wegen einer psychiatrischen Erkrankung mit der dauerhaften Einweisung in eine geschlossene Anstalt rechnen. Zuletzt war er nach einem Fall von sexuellem Missbrauch aufgefallen.

"Er soll sich vor gut einem Jahr an einer Schule in Düsseldorf-Gerresheim vor zwei zwölf Jahre alten Mädchen ausgezogen haben", so Staatsanwalt Christoph Kumpa. Den Kindern sei es jedoch gelungen, wegzulaufen und Hilfe zu holen. Die Polizei konnte Dirk S. daraufhin noch in der Nähe des Tatortes festnehmen. Den Beamten gegenüber hatte der Dormagener zunächst erklärt, er könne sich an nichts erinnern. "Später dann hat er die Tat eingeräumt und gesagt, er habe die Mädchen auch anfassen wollen."

Eine Untersuchung durch einen Gutachter habe ergeben, dass bei Dirk S. eine erhebliche psychiatrische Erkrankung vorliegt. So soll er schon seit längerer Zeit Drogen nehmen. "Unter dem Einfluss von Cannabis sollen sich die Wahnvorstellungen des jungen Mannes jeweils verstärken", so Kumpa. Er habe exhibitionistische Neigungen. Allerdings sei er bei dem Vorfall an der Schule in Düsseldorf erstmals durch einen sexuellen Missbrauch aufgefallen. Ansonsten habe der junge Mann lediglich zwei Vorstrafen wegen Drogenbesitzes und Schwarzfahrens. "Weil der Gutachter davon ausgeht, dass von dem Mann aufgrund seiner Erkrankung weitere erhebliche Straftaten ausgehen könnten, muss er nun mit der Einweisung in die Psychiatrie rechnen", so Landgerichts-Sprecher Peter Schütz.

Für den Prozess hat das Landgericht drei Verhandlungstage angesetzt. Das Urteil soll am 22. Dezember verkündet werden.

(NGZ)
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