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Projekt von evd und Stadt Dormagen: Graffiti für Trafokästen

Projekt von evd und Stadt Dormagen : Trafokästen werden mit Graffiti verschönert

Im Auftrag der evd bemalte Christoph Schade für das Graffiti-Projekt Dormagen den ersten von 17 großen Trafokästen.

Die grünen Blätter der Hecke ranken sich auch über die Trafo-Türen und bilden eine Einheit: Die ehemals triste Station gegenüber des Technischen Rathauses an der Mathias-Giesen-Straße erstrahlt seit dem Wochenende in schön bunten Farben. Der Graffiti-Künstler Christoph Schade (29) hat dort die erste von 17 Trafostationen verschönert. „Das Graffiti-Projekt Dormagen wird im Auftrag der evd in den nächsten Wochen überall im Stadtgebiet tätig sein und die oft hässlich beschmierten Stationen künstlerisch umgestalten“, erklärt Klaus Güdelhöfer vom Kinder- und Jugendbüro der Stadt Dormagen.

Die Energieversorgung Dormagen (evd) hat sich von den guten Graffiti-Beispielen in ganz Dormagen und dem Projekt „Dormagener Stromkästen“ der Dormagener Bürgerstiftung inspirieren lassen, um auch die großen Trafostationen künstlerisch zu gestalten. Das erste Werk „bei uns schräg gegenüber“ stößt auf große Zustimmung, wie Carina Backhaus, Pressesprecherin der evd, am Montag auf Nachfrage sagt: „Das ist sehr schön geworden.“ Mit der Verschönerungsaktion der Trafostationen soll nicht nur mehr Farbe in die Stadt gebracht werden, sondern auch unattraktive Schmierereien und Verschandelungen vermieden werden. „Wir hoffen, dass dann die neu gestalteten Trafo-Anlagen nicht mehr beschmiert werden“, meint Backhaus.

Die 17 ausgesuchten Trafostationen sind diejenigen, die an einer Straße liegen, beziehungsweise gut zu sehen sind. „Die evd bezahlt die Sprüh-Farben, die Künstler gestalten dafür die Anlagen ohne finanziellen Anreiz“, erläutert sie: „Danach haben wir im ganzen Stadtgebiet toll gestaltete Trafostionen und die Künstler haben sich erneut legal in Dormagen verewigt“. Drei Graffiti-Künstler haben sich dieser Aufgabe angenommen: Neben Christoph Schade sind das Timo Hermkes und Petro Petropolos. Einzige Vorgabe: „Sie sollen sich verschiedene naturnahe Motive ausdenken, die dann, nach Freigabe durch die evd, umgesetzt werden“, erklärt Güdelhöfer. Der vorgegebene Rahmen soll „Natur und Umwelt“ sein, so Backhaus.

Vor elf Jahren hatte Klaus Güdelhöfer vom städtischen Familienbüro die Idee zum Graffiti-Projekt Dormagen: „Den Künstlern können wir legale Flächen zum Gestalten zur Verfügung stellen, so dass ein buntes Aushängeschild entsteht.“ Inzwischen haben sich neben der Stadt auch zahlreiche Unternehmen, Vereine und Privatpersonen Wände, Garagentore und andere Flächen mit Graffiti verschönern lassen. „Ich biete den Graffiti-Künstlern die Aufgabe an. Sie sagen meist sehr schnell zu, weil sie sich freuen, dass ihre Werke in der Öffentlichkeit gut zu sehen sind“, sagte Güdelhöfer vor zwei Jahren. Denn das sei ein Kriterium der Auftragsvergabe: „Die Flächen dürfen nicht versteckt liegen und müssen vor allem für Graffiti geeignet sein“, erläuterte er. Der Auftraggeber zahlt nur das Sprüh-Material, die Motive werden in Absprache mit ihm besprochen, dann legen die Sprayer los, wenn sie Zeit haben.

Ob auf den Unterführungen am Holzweg, am Tor zum Kammertheater an der Ostpreußenallee oder an der Fassade der Erich-Kästner-Grundschule: Überall in Dormagen sind tolle bunte Motive zu finden.