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Projekt für Inklusion in Dormagen: Junge Erwachsene kreieren Holzobst

Kunst in Dormagen : Inklusives Projekt im Obstsortengarten Knechtsteden

Vergangenen Freitag haben Menschen mit einer geistigen Behinderung an einem Projekt für mehr Inklusion teilgenommen: Gebastelt wurden Obstsorten aus Holz am Kloster Knechtsteden. Welchen Hintergrund die Aktion hatte.

Seit vielen Jahren setzt die Biologische Station im Rhein-Kreis Neuss bereits auf Inklusive Veranstaltungen und Aktionen. Vor einigen Tagen durften im Rahmen des Projekts „Obstsortengarten erlebbar machen“ zehn junge Erwachsene mit geistiger Behinderung im Obstsortengarten des Klosters Knechtsteden künstlerisch aktiv werden.

Zu Beginn der Mit-Machveranstaltung wurde die Gruppe zunächst ausführlich über verschiedene Obstsorten aufgeklärt, danach durften sie zahlreiche Äpfel verkosten. Als erfolgreicher Maler verbrachte Georg Janthur den Tag mit den Teilnehmenden in Knechtsteden. Er half den vier Frauen und sechs Männern dabei, ihre Lieblingsobstsorten in einem etwa zwei Meter hohen Holzpfahl zu verewigen. Dazu haben die Teilnehmer im Vorfeld eine Skizze angefertigt und diese dem Künstler übergeben. Daraufhin setzte Janthur die Kettensäge an und fräste innerhalb von nur zehn Minuten Äpfel, Birnen und Pflaumen in das Holz. Danach musste die Gruppe tätig werden: Kreativ malten sie das Holzobst bunt an. „Ganz nach dem Anspruch des Projektes sollten die Teilnehmer die Obstsorten nicht nur theoretisch und durch das Probieren näher gebracht bekommen. Vielmehr ging es um ein kreativen Ansatz bei welchem das Gelernte Gestalt annehmen sollte“, so Christian Platz, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Biologischen Station im RKN.

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Finanziert wurde die Aktion vom Landschaftsverband Rheinland (LVR), begleitet wurden die jungen Erwachsenen von der „Biologischen Station des Rhein-Kreises Neuss (RKN)“ und den „Koordinierungs-Kontakt- und Beratungsangeboten“ (KoKoBe). Ziel der Aktion sei es, Menschen mit Behinderung an gemeinschaftliche Projekte heranzuführen und sie zu inkludieren. So wurden beispielsweise auch schon Blinde durch den Obstgarten geführt.

Barbara Lux und Birgit Zehner-Reichel von der KoKoBe haben in der Reihe „Die KoKoBe besucht“ schon einige Projekte dieser Art unterstützt: Mit der Gruppe waren sie schon bei der Polizei, in der Stadtbibliothek und bei einem Taekwondo-Verein. Ziel dieser Ausflüge sei es, den Teilnehmern die Region näherzubringen, in der sie leben. Das nächste Ziel sei das Filmfestival in Düsseldorf, berichtet Lux. „Inklusion müssen wir lernen“, sagt sie und freut sich über den Start der ersten Phase des Projekts, die seit 2019 läuft. „Da Inklusion einen fast unüberschaubaren Themenkomplex an Bedürfnissen und besonderen Ansätzen in der Wissensvermittlung beinhaltet sind wir sehr froh mit den genannten Partnern solche tollen Aktionen durchführen und ausprobieren zu können. Denn hieraus können wir lernen und zukünftig noch besser die Inhalte des Obstsortengartens vermitteln und eben alle dazu einladen können“, erklärt Christian Platz.

Ideengeber der Aktion war ursprünglich ein Freund des Geologen Platz. Dieser entdeckte Arbeiten des Künstlers Janthur an der holländischen Grenze und ließ sich davon dazu inspirieren, das Holzobst anzumalen. Am letzten Tag des zweitägigen Kurses bekamen die Holzpfähle dann einen Platz in der Erde neben dem Obstsortengarten, wo sie feierlich in den Boden gesteckt wurden.

Ob das Projekt den jungen Erwachsenen gefallen hat? „Jaaa!“, rufen sie und lächeln dabei. Einer der Teilnehmer war so begeistert, dass er das Kunstprojekt mit zu sich nach Hause zu nehmen wollte. Auch Platz sieht die Aktion als sehr gelungen an. Über die Arbeit der Gruppe am Kloster Knechtsteden wird demnächst  unter der Website www.kokobe-rkn.de auch ein Video erscheinen.