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Dormagen: Produktion im neuen Kemira-Werk läuft

Dormagen : Produktion im neuen Kemira-Werk läuft

Das Unternehmen hat gestern den Betrieb zur Herstellung von Wasserchemikalien im Chempark offiziell gestartet. In Dormagen entstehen dadurch 18 neue Arbeitsplätze. Investiert wurde ein mittlerer zweistelliger Millionenbetrag.

Ein Untergrund, der nicht tragfähig genug war und ausgetauscht werden musste, ein in die Insolvenz gerutschtes Ingenieurbüro, der strenge Winter 2012/2013: Hürden waren einige zu nehmen auf dem knapp zweijährigen Weg vom ersten Spatenstich bis zum offiziellen Produktionsstart in Kemiras bisher größtem Werk zur Herstellung von Wasserchemikalien in Europa. Doch bei der Feier gestern Mittag im Dormagener Chempark mit zahlreichen Gästen, darunter Landrat Hans-Jürgen Petrauschke und Dormagens stellvertretender Bürgermeister Hans Sturm, herrschte allgemeine Zufriedenheit im großen Zelt, das der finnische Konzern vor der neuen Anlage hatte errichten lassen. 18 Arbeitsplätze sind entstanden.

"Wir fahren jetzt fast schon den Maximal-Betrieb, und das weitgehend störungsfrei", berichtete Kemira-Geschäftsführer Frank Wegener erfreut. Kemira ist Marktführer bei der chemischen Wasser- und Abwasserbehandlung. Am Neubau im Chempark wird dies auch farblich unterstrichen: Große Gebäudeteile der Anlage sind in leuchtendem Blau gehalten - Symbol für sauberes Wasser.

Die in Dormagen produzierten Chemikalien zur Wasseraufbereitung basieren auf Aluminiumhydrat und der Beimischung von Säuren bzw. Laugen. Und dabei spielt die Kooperation mit dem ebenfalls im Chempark ansässigen Unternehmen Bayer Material Science (BMS) eine entscheidende Rolle. In dessen TDI-Anlage zur Herstellung von Polyurethan fällt als Nebenprodukt wässrige Salzsäure an, die Kemira weiterverwendet.

"Wir produzieren damit ein Produkt, das sowohl in der kommunalen als auch in der industriellen Abwasserreinigung erfolgreich zum Einsatz kommt", erklärte Jari Rosendal vom Kemira-Konzern. Für Chempark-Leiter Ernst Grigat ist die Zusammenarbeit von BMS und Kemira ein klassisches Beispiel für das Funktionieren des Verbundsystems in den Chemparks. "Der Verbund ist das, was die chemische Industrie in Deutschland wettbewerbsfähig macht", betonte Grigat. Dazu gehören auch Sicherheit - und kurze Wege. Die Salzsäure wird über eine etwa zwei Kilometer lange Pipeline direkt von der BMS-TDI-Anlage zu Kemira geleitet.

Dormagener Betriebsleiter bei Kemira ist Till Huonker. Er unterstrich den aktuellen Stand der Technik bei der neuen Anlage, die den Probebetrieb bereits am 8. November 2013 aufgenommen hatte. "Wir sind heute in der Lage, 14 unterschiedliche Spezifikationen von sauren und alkalischen Aluminiumsalzen herzustellen, die ausnahmslos den hohen Qualität-Standards von Kemira entsprechen", informierte er. Nicht ohne Stolz verwies er zudem darauf, dass es in den etwa 230 000 Arbeitsstunden bei der Errichtung des Betriebes nur zu neun fast ausnahmslos harmlosen Verletzungen gekommen sei. "Und das, obwohl wir zeitweise bis zu 150 Mitarbeiter gleichzeitig auf der Baustelle hatten", sagte Huonker.

Dormagens stellvertretender Bürgermeister Hans Sturm freute sich unterdessen darüber, dass die Kemira-Anlage auf dem Boden seiner Stadt errichtet wurde - wegen des Zugewinns an Arbeitsplätzen, aber auch, wie er schelmisch verriet, wegen der zusätzlichen Gewerbesteuer, die nach Dormagen fließen wird. "Und ich bin froh, dass in Dormagen nun eine weitere Zukunftstechnologie beheimatet ist", fügte er an.

(NGZ)