Dormagen: Pro-Kopf-Verschuldung niedriger als anderswo

Dormagen : Pro-Kopf-Verschuldung niedriger als anderswo

Eine Landesstatistik weist für jeden Dormagener eine Verschuldung von 1437 Euro aus. Insgesamt ist sie niedriger als in anderen Städten.

Die Schulden der Stadt Dormagen in Form von Krediten und Kassenkrediten belaufen sich zum Ende des vergangenen Jahres auf 89,8 Millionen Euro. Das hat eine neue Auswertung des Statistischen Landesamtes IT Nordrhein-Westfalen ergeben. Überraschend daran: Dormagen steht besser da als andere Städte im Rhein-Kreis Neuss und gegenüber Städten in der Region. Ein Beispiel: Grevenbroich ist laut dieser Statistik mit 103,3 Millionen Euro verschuldet, Korschenbroich mit 106,6 Millionen Euro und Neuss sogar mit 487,9 Millionen Euro.

Insgesamt summieren sich die Verbindlichkeiten des Rhein-Kreises auf 1,07 Milliarden Euro. Kreisfreie Städten im Regierungsbezirk Düsseldorf wie Essen (3,27 Milliarden Euro Schulden), Duisburg (3,18 Milliarden), Wuppertal (1,9 Milliarden) Oberhausen (1,8 Milliarden) Mönchengladbach (1,27 Milliarden) oder Mülheim an der Ruhr (1,2 Milliarden) liegen noch darüber.

Geringer ist der Verschuldungsgrad hingegen naturgemäß in den kleineren Städten von NRW: In Kranenburg ist demnach jeder Bürger -umgerechnet auf die städtischen Schulden - nur mit 0,10 Euro verschuldet. Grundlage der Berechnung der Daten sind neben den Schulden der Kernhaushalte auch die Schulden der kommunalen Eigenbetriebe und eigenbetriebsähnlichen Einrichtungen.

Umgerechnet auf die Dormagener Einwohnerzahl trägt laut neuer Statistik jeder Dormagener 1437,65 Euro der städtischen Schulden. Nur Rommerskirchen mit 443,81 Euro und Kaarst mit 256,16 Euro liegen darunter - alle anderen Kommunen im Rhein-Kreis haben eine höhere Pro-Kopf-Verschuldung. Ein regionaler Vergleich: In Düsseldorf (643,28 Euro) ist die fiktive Größe der Pro-Kopf-Verschuldung relativ niedrig. In Mönchengladbacher ist jeder Bürger mit 4969,23 Euro verschuldet, jeder Duisburger mit 6532,76 Euro, jeder Mülheimer mit 7247,42 Euro und jeder Oberhausener gar mit 8686,74 Euro.

Die Zahlen zeigen, dass die Verschuldung Dormagens zwar gravierend ist - die Stadt befindet sich seit 2012 in einer auf zehn Jahre angelegten Haushaltssicherung - sie aber den Schuldendienst (Zins und Tilgung) durchaus leisten kann. Die Haushaltslage wird vom Landrat als Kommunalaufsicht überwacht, jeder Haushalt genauestens von der Behörde überprüft. Schon bei der Genehmigung für 2014 machte Landrat Hans-Jürgen Petrauschke kritische Anmerkungen, wonach die Stadt vor allem die Einnahmen steigern müsse.

Vor zehn Jahren betrugen die Dormagener Schulden im Kernhaushalt 107,8 Millionen Euro. Nach der Gründung des Eigenbetriebs wurden Schulden dorthin verlagert. Heute ist es so, dass von den Gesamt-Schulden von 89,9 Millionen Euro "nur" 21,6 den Kernhaushalt der Verwaltung betreffen, 36,3 Millionen Euro an Schulden beim Eigenbetrieb und weitere fast 32 Millionen Euro in weiteren Einrichtungen der Stadt Dormagen gebucht sind. Die Schulden der Kommunen NRWs erreichten Ende 2013 mit 59,8 Milliarden Euro einen neuen Höchststand.

(NGZ)