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Premiere in Dormagen: Galerietheater Zons begeistert mit Krimi

Premiere in Dormagen : Galerietheater begeistert mit Krimi

Agatha Christie in der Theaterscheune Knechsteden: Das Galerietheater Zons feierte seine Premiere wie gewohnt im Rahmen des städtischen Theatersommers. Dieses Mal mit dem Kriminalstück „Der unerwartete Gast“.

Ein Fremder hat sich im Nebel verirrt und klopft an die Terrassentür eines Hauses. Als er sie öffnet, findet er den ermordeten Richard Warwick und dessen Ehefrau Laura, die mit einer Pistole auf ihn zielt. So beginnt das Theaterstück „Ein unerwarteter Gast“, das am Freitag seine Premiere in der Theaterscheune feierte. Präsentiert wurde es vom Galerietheater Zons, das traditionell während des Theatersommers ein neues Stück aufführt. Das brillante Werk von Agatha Christie, der Grande Dame der britischen Kriminalliteratur, und die sehr gute Leistung des neunköpfigen Ensembles begeisterten von Beginn an das Publikum.

Das Geständnis der attraktiven Laura übergeht der Fremde, der sich als Michael Starkwedder vorstellt. Er will ihr helfen, die Spuren auf einen alten Feind der Familie zu lenken. Mit im Haus des ermordeten Richards und seiner Frau leben noch Mrs. Warwick, Richards Mutter, und seine Halbschwester Joyce Warwick sowie Miss Bennet, die Haushälterin, und Henry Angell, Butler und Pfleger von Richard, und dann gibt es da noch Julian Farrar, der vermutlich bald der nächste Abgeordnete wird und ein Freund von Richard ist – alle sehr verdächtig finden Inspektor Thomas und Sergeant Cadwalder.

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Und schon ist das Publikum mitten drin in einem spannenden Krimi, versehen mit feinem britischem Humor. „Gerade noch glaubt man den Mord gelöst. Und schon streckt einen Miss Christie mit einem mächtigen K.O.-Schlag nieder. Sie ist die uneingeschränkte Siegerin“, schrieb die „London Evening Standard“ schon 1958 zur Uraufführung.

„Wir versuchen jedes Jahr mindestens ein klassisches Theaterstück mit einem roten Faden und Anfang und Ende in unserem Theatersommer-Programm zu haben“, erzählt Olaf Moll, Leiter des Kulturbüros. Bereits seit Mai sind alle 199 Tickets der Premiere ausverkauft. „Das ist sehr früh“, bemerkt Moll. Das könnte nicht zuletzt am Regisseur Stefan Filipiak liegen, mutmaßt er. „Mit ihm hat das Galerietheater nochmal einen qualitativen Sprung gemacht.“ Vor vier Jahren übernahm Filipiak die Regisseuren-Stelle in Zons: „Ich wurde hierhin empfohlen, wir haben probiert, ob wir als Team funktionieren, und jetzt bin ich schon das vierte Jahr dabei.“

Schon nach der Premiere 2018 suchte das Ensemble gemeinsam nach dem neuen Stück. Die intensive Probenphase begann dann im November. Es ist das erste Kriminalstück für das kleine Theater-Ensemble, bestehend aus den Schauspielern Frank Lehmann, Helene Reemann, Eckhard Schroll, Marion Schmitz, Monika Bautze, Kerstin Helbig, Susanne Plitzko-Sié, Heidi Ruetz und Jochen Marsch sowie Benno Stinauer, zuständig für Licht und Ton, und Renate Stinauer, die für die Maske verantwortlich ist.

„Wir hatten sehr viel Spaß“, erinnert sich Filipiak. „Die Arbeit war sehr spannend, wir haben zuerst unterschätzt, wie schwierig es sein kann, den Krimi nachvollziehbar zu gestalten: So dass das Publikum genügend Informationen hat, um mitzuraten, aber nicht genug, um nicht doch noch überrascht zu werden.“

Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Da sind sich auch die Zuschauer einig. Denn das Stück hat einige spannende Wendungen und ein überraschendes Ende.