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Premiere für Weihnachtsmarkt zum Schluckspecht am "Strabi" in Dormagen

Am „Strabi“ in Dormagen : Ein Weihnachtsmarkt am Strand

Der erste „Weihnachtsmarkt zum Schluckspecht“ am „Strabi“ war ein Erfolg soll keine Eintagsfliege bleiben. Eine zweite Auflage haben die Organisatoren schon jetzt fest eingeplant.

 Nicht Glühbier, sondern der klassische Lumumba punktet bei Nicole, Simone und Melanie. Sie wärmen sich noch am ersten Kakao mit Schuss,  sind einer zweiten Runde sehr zugetan. „Ist doch toll gemacht hier, das wird noch richtig gut heute“, lacht Nicole. Sie meint den ersten „Weihnachtsmarkt zum Schluckspecht“  am WakeBeach, auf dem sich die drei Freundinnen am Samstag trafen.

Bei chilligen Beats vom DJ, mit Sand unter den Winterstiefeln und Ausblick auf den Straberger See, wo taffe Wakeboarder bei lauem Winterwetter ihre Sprünge vollführten.  „Wir brauchen Formate, um hier auch im Winter Programm zu machen“,  sagt WakeBeach-Betreiber Markus Haarmann. Da passte Braumeister und Hauslieferant  Volker „Stütti“ Stüttgens Idee für einen Weihnachtsmarkt gut ins Konzept. „Viele Stadtteile machen eigene Märkte im Advent,  Nievenheim aber nicht – diese Lücke füllen wir“, erklärt Stüttgen, der am eigenen Stand  Winter- und Glühbier in schön verpackten Holzkisten anbot.

Rundherum präsentierte sich ein halbes Dutzend weitere kleine, feine Aussteller. Katharina aus Köln belebt die  orientalische Knüpftechnik Makramee wieder. Ihre Wandbehänge  und Accessoires sind  minimalistisch und modern, aus weichen Baumwollkordeln statt der traditionellen Jute geknüpft. „Noch vor einem Jahr musste ich mir anhören, Makramee sei Weiberkram“, lacht die Dormagenerin, „aber durch die Kombination mit Materialien wir Treibholz oder Beton interessieren sich jetzt auch Jungs dafür.“

Schräg gegenüber bietet Hubert Krieger aus Rosellen außer Honig auch  Blütenpollen im Glas an und Propolis, einen in Alkohol aufgelösten Bienenkitt-Harz. „Wir verkaufen es als Möbelpolitur“, so Krieger. Einen Stand weiter lässt sich Nancy Behrendt aus Neuss von Mary Kay-Vertreterin Anna Schendzielorz aus Rheinfeld schminken. Sohn Damon buddelt derweil warm eingepackt im Sand, unbeeindruckt von den edlen pinken Geschenktüten voller Kosmetika, die sich hinter ihm türmen.  Behrendt lobt „die Vielfalt und den lokalen Bezug“ der Aussteller. Auch Martin Müllner gefällt die Atmosphäre am WakeBeach. Der Fotograf aus Mönchengladbach bietet Shootings unter dem Motto „Augenblicke“ an. Dabei spiegelt sich der Porträtierte im Auge eines anderen.  Sein denkwürdigster Auftrag? „Die Ur-Ur-Ur-Oma mit ihrer Enkelin. Ein 15 Tage altes Leben, gespiegelt im Auge einer 91-Jährigen.“

Auch wenn sich im Laufe des Nachmittags doch „Last Christmas“ zwischen die entspannten Beach-Beats schleicht: Der „Weihnachtsmarkt zum Schluckspecht“ ist eher mit einem hippen Markt á la Ehrenfeld denn mit dem klassischen Weihnachtstrubel verwandt. Besucher aus  Dormagen, Rommerskirchen, Neuss und Köln tummeln sich an der Strandbar, die Markus Haarmann  mit Folienwänden ringsum wind- und regenfest gemacht hat. Ab drei Uhr wird es samstags voll. So soll es 2020 am WakeBeach weitergehen. Markus  Haarmann denkt mit Frühlings-Familienfest, einem Herbst-Event und der zweiten Auflage des Weihnachtsmarktes schon weit voraus.