Dormagen: Preiswertes Wohnen wichtig

Dormagen : Preiswertes Wohnen wichtig

Die Analyse eines Hamburger Planungsbüros für das Stadtentwicklungsprojekt Horrem zeigt die Bedeutung von preiswertem Wohnraum, der dort stark nachgefragt wird – vor allem, weil die private Kaufkraft gering ist.

Vor acht Jahren gab es die erste Initiative, um den Stadtteil Horrem städtebaulich zu verbessern. Die Aufnahme in das Landes-Förderungsprogramm "Soziale Stadt'" wurde damals abgelehnt. Acht Jahre später sieht es besser aus: Jetzt liegen Ergebnisse zum Stadtentwicklungsprojekt Horrem vor, in der Hoffnung, zusammen mit der dortigen Wohnungswirtschaft, den gebildeten acht Quartieren sowie Stadt und Politik deutliche Verbesserungen für die Bewohner dort zu erreichen.

Der jetzt vorliegende Untersuchungsbericht wirft kein allzu gutes Licht auf den Stadtteil. Er ist problematisch. Aus vielerlei Gründen. Das zeigt das Hamburger Planungsbüro "Analyse&Konzepte". Die Zahl der Einwohner ist in Horrem rückläufig. Am 1. Januar 2011 waren 8112 Menschen gemeldet, 2025 dürften es 3,4 Prozent weniger sein. Allerdings: Weil Wohnungen von Haushalten nachgefragt werden, die zum Beispiel durch Scheidungen, Kinderlosigkeit oder Brüche im Lebenslauf kleiner werden, wird die Zahl der Haushalte in den kommenden fünf Jahren weiter steigen, sagen die Fachleute. Die Horremer verfügen über eine im stadtweiten Vergleich geringe Kaufkraft (17 900 Euro private Kaufkraft je Einwohner. Sie ist nur in St. Peter noch geringer (15 500 Euro). Platz eins nimmt Rheinfeld mit 25 500 Euro ein. Als Marktsegmente kommen laut Gutachter seniorengerechte und familiengerechte Wohnungen im preiswerten und mittelpreiswerten Segment in Betracht (unter sechs Euro pro Quadratmeter Kaltmiete). Eine mittelfristig stabile Entwicklung der Anzahl der Haushalte bedeutet für Horrem bereits eine günstiger Entwicklung. Stadt und Wohnungsunternehmen müssen sich auf einen wachsenden Anteil kleiner und älterer Haushalte einstellen. Die Zahl der Sozialwohnungen ist in Horrem ständig zurückgegangen. Dennoch konzentrieren sich dort Haushalte, die auf preiswerte Wohnungen angewiesen sind. Festgestellt wurde, dass der "Aktionskreis" der Alten und der nachziehenden Personen (Arme, Ausländer, Arbeitslose) stark eingegrenzt ist. Für die Stadt bietet sich zusammen mit den Wohnungsunternehmen, so sagen die Experten, "durchaus städtebauliche Steuerungsmöglichkeiten". Um die Horremer bestmöglichst am aktuellen Prozess zu beteiligen, ist die Rolle der acht Quartierssprecher als Bindeglied zu den Bewohnern enorm wichtig.

Die Hoffnungen besteht, dass beim Ortstermin am kommenden Donnerstag mit Ministeriums-Vertretern aus Düsseldorf erreicht wird, Horrem in ein Förderprogramm einbinden zu können, damit für die künftigen Projekte und Maßnahmen Landesmittel zur Verfügung stehen.

(NGZ)
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