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Dormagen: Positives Echo auf neue Schule

Dormagen : Positives Echo auf neue Schule

Das neue Konzept der Sekundarschule kommt bei Dormagens Pädagogen ebenso gut an wie die Nachricht von einem zwölfjährigen "Schulfrieden" auf Landesebene. Die Hauptschule dagegen steht perspektivisch vor dem Aus.

Die Dormagener Schullandschaft zeigt das gesamte Spektrum an Schulformen — in der klassischen Dreigliedrigkeit, plus großer Gesamtschule. Die Landespolitik bringt jetzt eine weitere Schulform ins Spiel: die Sekundarschule. "Ein guter Kompromiss", findet Landtagsabgeordneter Wiljo Wimmer (CDU), obschon die Union eine heftige Kehrtwende vollzogen habe: "Wir haben ja in den vergangenen fünf Jahren etwa in Grevenbroich und Dormagen viel Geld in die Hauptschulen investiert, um sie attraktiver zu machen." Die neue Schulform aber bedeutet perspektivisch das Aus für die Hauptschule — zumindest in hiesigen Ballungsräumen. Immerhin: Lehrer, Eltern und Schüler müssten nun nicht mehr bei jedem Regierungswechsel mit neuen Experimenten rechnen. Wimmer erwartet eine große Nachfrage nach Sekundarschulen, die "eher Ausbildungsreife" vermitteln sollen. Was sagen Dormagens Schulleiter zum neuen Konzept?

Zukunft der Hauptschule: Auf absehbare Zeit wird es die Hauptschule in Dormagen nicht mehr geben, da sind sich alle Schulleiter einig. "Dafür sind einfach die Anmeldezahlen zu schlecht, denn die Eltern entscheiden sich immer mehr gegen diese Schulform", meint Theodor Lindner, Schulleiter des Bettina-von-Arnim-Gymnasiums. Dem pflichten viele Kollegen bei wie Herbert Kremer, der das Leibniz-Gymnasium leitet: "Vielen Kommunen wird in Zukunft, auch vor dem wirtschaftlichen Hintergrund, nichts anderes übrig bleiben, als Hauptschulen aufzulösen."

Länger gemeinsam lernen: In der Sekundarschule wird mindestens bis zur 6. Klasse, eventuell bis Klasse 10 gemeinsam gelernt. Hierbei sehen die meisten Rektoren den Vorteil darin, dass bessere Schüler ihren Mitschülern helfen und sie motivieren. Außerdem sei es zu früh, schon in der vierten Klasse die Entscheidung zu fällen, wohin der schulische Weg geht. "Ich habe mich selbst einige Male beim Einschätzen von Schülern vertan, die während der Pubertät noch einen großen Lernzuwachs zeigten", sagt der Leiter der Bertha-von-Suttner-Gesamtschule, Volker Hansen. Auch Alois Moritz, der die Realschule Hackenbroich leitet, sieht die Sekundarschule positiv: "Hier können sich Schüler unterschiedlicher Lernstärken helfen".

Zeitrahmen— mindestens zwölf Jahre: "Eine Zeitspanne von mehr als einer Legislaturperiode für die Sekundarschule zu wählen ist ein großer Schritt in die richtige Richtung", meint Peter Hahnen, Konrektor am Norbert-Gymnasium Knechtsteden. Auch seine Kollegen sind der Ansicht, dass der Schulfrieden endlich die Chance bietet, Ruhe in die Bildungs- und Schullandschaft des Landes zu bringen.

(NGZ)