Dormagen: Polizist hilft Kollegen weltweit

Dormagen: Polizist hilft Kollegen weltweit

Der Nievenheimer Hubert Vitt (56) ist Vizepräsident der deutschen Sektion der International Police Association. Die Vereinigung bringt Polizisten auf der ganzen Welt zusammen – und organisiert Hilfe für Kollegen in Not.

Der Nievenheimer Hubert Vitt (56) ist Vizepräsident der deutschen Sektion der International Police Association. Die Vereinigung bringt Polizisten auf der ganzen Welt zusammen — und organisiert Hilfe für Kollegen in Not.

Vor 40 Jahren, als Hubert Vitt den Polizeidienst antrat, war die Republik noch eingezäunt. "Wir durften nicht mal über die holländische Grenze, um Zigaretten zu kaufen", sagt der 56-jährige Nievenheimer.

Die Zeiten haben sich geändert, und geht es nach Hubert Vitt, werden sie das in Zukunft noch mehr: "Meine Vision: Die Grenzen sollen noch offener werden, Polizeibeamte müssten ihren Dienst auch in anderen Ländern antreten können", findet er.

Dass der 56-Jährige den Polizeidienst aus einer internationalen Vogelperspektive sieht, liegt auch an seinem Job: Hubert Vitt ist nicht nur Leiter der Schutzpolizei in Viersen, sondern auch Vizepräsident der deutschen Sektion der International Police Association (IPA). Rund 57 000 Mitglieder gehören der IPA in Deutschland an, weltweit sind 400 000 Polizisten aus 61 Nationen bei der Vereinigung organisiert. Polizei- und Terrorstaaten werden nicht aufgenommen.

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"Libyen hätte keine Chance", sagt Vitt. Vom 29. September bis 2. Oktober wählt der Zusammenschluss eine neue Spitze, Hubert Vitt würde seinen Posten gerne für eine weitere Amtszeit ausüben.

Gegründet hat die Vereinigung 1955 ein englischer Sergeant — es ging damals darum, die Freundschaft unter den Kollegen verschiedener Länder aufrecht zu erhalten. Heute geht es um gegenseitige Hilfe: Bei der Fußball-WM in Deutschland haben IPA-Mitglieder die Kollegen aus dem Ausland betreut, Freizeitprogramme gestaltet. Im Moment gibt es zur Vorbereitung auf die Europameisterschaft einen Austausch mit polnischen Kollegen zum Thema Fußball-Gewalt; auch Stipendien in die USA organisiert die IPA.

Junge Kollegen hätten die Chance, zwei Wochen lang Streife in New York zu fahren; Bildungsreisen nach Sri Lanka oder Florida werden angeboten. "Wenn ich nach Ungarn in den Urlaub fahre, frage ich die dortigen Kollegen, wo ich ein schönes Ferienhaus finde", erklärt der Nievenheimer, der Vater von fünf Kindern ist und Vorsitzender eines Trägervereins der Salvatorschule. Die IPA hilft auch Kollegen in Not. Nach einem Erdbeben in Italien schickte die deutsche IPA 40 000 Euro an die Kollegen, gespendet wurde für die polnischen Kollegen nach einem Hochwasser.

Seit neun Jahren betreut Hubert Vitt als Chefredakteur zudem die Zeitschrift "IPA aktuell". Bezahlt wird der Nievenheimer dafür nicht. Zwei Wochen im Jahr plant der 56-Jährige für den Familienurlaub ein, der Rest wird in die IPA-Arbeit gesteckt. "Man kommt viel rum, es ist auch nicht immer ein harter Job", sagt Hubert Vitt. Voraussetzungen, um bei der IPA mitzumachen? Man muss Polizeibediensteter sein.

(NGZ/rl)
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