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Dormagen: Polizei warnt vor falscher Seniorenbeauftragten

Dormagen : Polizei warnt vor falscher Seniorenbeauftragten

Offenbar geben sich in Dormagen Versicherungsverkäuferinnen als die städtische Seniorenbeauftragte aus. Das erklärte die Polizei gestern in einer Mitteilung.

Die Kripo hatte in den vergangenen Tagen Anrufe von Senioren bekommen, die davon berichteten, dass sich die Seniorenbeauftragte telefonisch zu einem Beratungstermin angemeldet habe. Auch die Stadt hatte einen entsprechenden Hinweis gegeben. "Wir haben der Polizei mitgeteilt, dass sich misstrauische Senioren bei unserer Seniorenbeauftragten gemeldet haben", erklärt Stadtsprecher Harald Schlimgen.

Die Seniorenbeauftragte tritt von sich aus nicht mit Senioren in Kontakt. Allenfalls Menschen, die nicht in der Lage sind ins Rathaus zu kommen, besucht Bärbel Breuer gegebenenfalls persönlich. "Ich mache üblicherweise keine Haustermine", erklärt auch Dagmar Drossart. Sie berät für die Freiwilligenagentur Senioren. Auch sie sagt: Lediglich zu Klienten, die sie gut kenne und die nicht mobil seien, komme sie auch nach Hause — das aber nie unangemeldet.

Die Polizei hat inzwischen eine Delinquentin in flagranti erwischt. Eine Beamtin hatte sich in der Wohnung einer älteren Dame aufgehalten, die einen Beratungstermin zum Schein angenommen hatte. Zum vereinbarten Termin erschien eine Frau, die wohl keine Mitarbeiterin der Stadtverwaltung war.

Die Besucherin habe schlicht und einfach Versicherungen verkaufen wollen, so die Polizei. Die Versicherungsverkäuferin beteuerte, dass nicht sie, sondern ein Callcenter den Termin vereinbart habe. Sicherlich habe sich auch die ältere Dame aus Dormagen verhört. Ihre Firma würde solche Tricks nicht benutzen. Zum Abschluss einer Versicherung kam es übrigens nicht. Die Polizei hat die Personalien der Dame festgestellt und prüft, ob es sich bei dem Verhalten um eine Straftat handeln könnte. Darüber muss nun die Staatsanwaltschaft entscheiden.

Dagmar Drossart von der Freiwilligenagentur ist von der Vorgehensweise schockiert: "Uns ist es so wichtig, dass Vertrauen zu den Menschen zu entwickeln."

(NGZ)