1. NRW
  2. Städte
  3. Dormagen

Brandstiftung auf A57 bei Dormagen: Polizei löst Soko auf

Brandstiftung auf A57 bei Dormagen : Polizei löst Soko auf

Die Polizei tappt bei der Suche nach den Tätern der Brandstiftung auf der A 57 im Februar weiterhin im Dunkeln. Eine heiße Spur gibt es nicht. Die Sonderkommission A 57 wurde sogar aufgelöst, ermittelt werde aber weiter, heißt es.

Vor genau 17 Wochen starb ein Autofahrer infolge der Brandstiftung unter der A 57-Brücke. Trotz einer intensiven Fahndung ist es der Polizei bis heute nicht gelungen, den oder die Täter dingfest zu machen. Vor zwei Wochen wurde die Sonderkommission (Soko) "A 57" im Düsseldorfer Polizeipräsidium aufgelöst. Die weiteren Ermittlungen hat das Kriminalkommisssariat 11 übernommen, das für Brandstiftungen, Todesermittlungen und Sexualstraftaten zuständig ist. Die werden auch fortgesetzt, versichert die Neusser Polizeisprecherin Diane Drawe.

In der Nacht vom 13. auf den 14. Februar hatten Unbekannte unter der A 57-Brücke am Ernteweg einen Stapel mit Kunststoffrohren angezündet. Der aufsteigende Qualm hatte kurz nach Mitternacht den Autofahrern die Sicht geraubt. Es kam zu einem Massenunfall, bei dem ein Jüchener Autofahrer zu Tode kam und 13 Menschen verletzt wurden. Die Brücke wurde so schwer beschädigt, dass sie später abgerissen wurde. Seit Ostern läuft der Verkehr über ein Provisorium. Die Polizei bildete um den Neusser Kommissar Dietmar Wixfort eine elfköpfige "Soko A 57".

Die sichtete hunderte Hinweise, ging über 80 Spuren nach – bislang ohne Erfolg. Weil ein Großteil der Spuren ausgewertet ist sei die Soko aufgelöst, so die Polizeisprecherin. "Die Ermittlungen haben zu keinem konkreten Tatverdächtigen geführt", so Drawe. Das Verfahren werde aber keineswegs eingestellt, die Ermittlungen laufen weiter, betont die Beamtin. Noch werde auch auf die abschließenden Ergebnisse der Brandermittlungen gewartet. Ziel der Ermittlungen war auch das Raphaelshaus. Das Jugendhilfezentrum beherbergt schwer erziehbare Jugendliche, die mitunter auch schon mit dem Gesetz in Konflikt geraten sind.

Leiter Hans Scholten: "Wir haben in einem engen Dialog jede Möglichkeit in Betracht gezogen, ob es einer von unseren jungen Leuten gewesen sein könnte. Aber alle hatten Alibis. Ich bin froh, dass meine Schutzbefohlenden aus dem Schneider sind." Scholten glaubt, dass die Täter "eisern schweigen. Wahrscheinlich hat die Polizei keine großen Möglichkeiten, sie ausfindig zu machen."

Das sieht Wiljo Wimmer anders. Der renommierte Strafverteidiger (zum Beispiel "Brummi Andi", Nacktfoto-Skandal um einen Polizisten) aus Zons sieht noch Chancen, den Fall zu lösen: "Die Polizei braucht einen langen Atem." Er kann sich vorstellen, dass irgendwann der seelische Druck des oder der Täter zu groß wird. "So abgebrüht sind Jugendliche in der Regel nicht. Das ist nicht meine Erfahrung."

Hier geht es zur Bilderstrecke: A57: Chronik der Ereignisse

(jco/url)