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Massenunfall und Feuer auf der A57: Polizei fahndet nach Jugendlichen

Massenunfall und Feuer auf der A57 : Polizei fahndet nach Jugendlichen

Die Polizei sucht intensiv nach den Brandstiftern, die Kunststoffrohre unter der A57 bei Dormagen angezündet und so eine Massenkarambolage ausgelöst hatten. Im Blick hat sie vor allem den am Abend vor der Tat in Dormagen gestohlenen VW-Transporter, der Stunden später in der Nähe des Unfallortes gefunden wurde.

Nach Informationen unserer Redaktion haben sich Jugendliche das Fahrzeug vor dem Diebstahl angesehen. Konkretes wollte die Polizei nicht bestätigen, "um die Ermittlungen nicht zu gefährden", sagte der Düsseldorfer Polizei-Sprecher André Hartwich. "Es sind einige neue Hinweise eingegangen, die nach ihrer Wertigkeit geprüft werden."

Die Brücke wurde gestern für den Abbruch vorbereitet, der in der kommenden Woche beginnen soll. In der Nacht von Montag zu Dienstag hatten Unbekannte einen drei Meter hohen Stapel mit Kunststoffrohren angezündet, der seit mehreren Wochen unter der Autobahnbrücke gelagert wurde.

Der aufsteigende Qualm nahm den Autofahrern auf der A 57 die Sicht, so dass 21 Fahrzeuge ineinanderfuhren. Ein Jüchener (29) starb, eine 35-Jährige schwebte auch gestern noch in Lebensgefahr. Insgesamt wurden 13 Menschen verletzt, acht davon schwer. Die Staatsanwaltschaft Düsseldorf hat für Hinweise, die zur Klärung der Straftat oder zu der Ergreifung der Täter führen, eine Belohnung von 1500 Euro ausgelobt.

Der Landesbetrieb Straßen NRW will in der kommenden Woche die Ampelphasen an den Autobahnausfahrten der A57 vor der Unfallstelle optimieren. Auf Anweisung des Verkehrsministeriums soll auch die Ampelschaltung entlang der B 9 verbessert werden. Die Bundesstraße wird von vielen Autofahrern als Umgehung genutzt. "Wir nehmen zur Koordination Gespräche mit den Kommunen auf", kündigte Bernd A. Löchter, Sprecher von Straßen NRW, an. Momentan benötigen Autofahrer mittags von Köln nach Düsseldorf 1,5 Stunden.

Für einen Ausbau des Autobahnnetzes setzte sich gestern ADAC-Vizepräsident Ulrich Klaus Becker ein. NRW hatte mit 139 000 Staukilometern im Ländervergleich am schlechtesten abgeschnitten. Die Bilanz zeige, dass das Autobahnnetz massiv an seine Grenzen stößt. Die anfälligen Abschnitte müssten dringend ausgebaut werden. "Es kann nicht sein, dass von den 2200 Kilometer Autobahn, die laut Bedarfsplan im Zeitraum 2001 bis 2015 vordringlich auszubauen sind, bislang lediglich 35 Prozent realisiert wurden."

(RP/csi)