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Dormagen: Polizei blitzt seltener an der A57-Brücke

Dormagen : Polizei blitzt seltener an der A57-Brücke

Zehn Mal baute die Polizei im vergangenen Jahr Radaranlagen an der Raststätte Nievenheim auf und erwischte in dieser Zeit fast 700 Temposünder. Im Jahr zuvor war sie vier Mal so häufig vor Ort. Auch 2014 wird weiter kontrolliert.

Wer täglich über die A 57 in Richtung Köln fährt, für den ist in Höhe der Raststätte Nievenheim der Blick nach rechts Routine: Steht die Messstelle oder nicht? Zehn Mal war es im vergangenen Jahr der Fall, dass die Polizei kurz vor der Behelfsbrücke eine Radarmessanlage aufgebaut hatte und mit großem Erfolg Temposünder blitzte. Interessant: In einem deutlich kürzeren Zeitraum war die Polizei im Jahr 2012 fast vier Mal so häufig vor Ort. Damals wurden bis Ende November 5863 Geschwindigkeitsverstöße registriert. "Wir haben diesen Bereich im Fokus, es gibt aber im Regierungsbezirk noch viele weitere Punkte, an denen wir Geschwindigkeitsmessungen vornehmen müssen", so ein Polizeisprecher.

In der vergangenen Woche war morgens die Blitz-Premiere für dieses Jahr. Weitere Einsätze werden folgen. Denn immer noch sehr viele Autofahrer ignorieren die Geschwindigkeitsbegrenzung, die das Tempo zuerst auf 80 und wenige Meter weiter auf 60 begrenzt. "Absolut notwendig", sagt Susanna Heusgen aus der Polizei-Pressestelle des Regierungsbezirks, "denn es ist eine gefährliche Engstelle und die Beschaffenheit der Fahrbahn erlaubt kein höheres Tempo." Das liegt auch an den großen Platten, die dort in die Behelfskonstruktion eingeschoben wurden, und zum Beispiel für Motorradfahrer, die zu schnell unterwegs sind, zu einer Gefahr werden könnten.

Die Jahresbilanz 2013 ist im negativen Sinne eindrucksvoll: Bei zehn Kontrollen wurden 416 Ordnungswidrigkeiten festgestellt, die zu einer Anzeige führten, sowie 269 Verwarngelder ausgesprochen. Im Tempo-80-Bereich war ein BMW-Fahrer aus Düsseldorf der Spitzenreiter, der dort mit 149 Stundenkilometer gemessen wurde. Der Sünder musste 600 Euro bezahlen, ihm wurde für drei Monate der Führerschein entzogen und er kassierte noch vier Punkte in der Sünderkartei in Flensburg. Im folgenden Tempo-60-Bereich lag die höchste dort gemessene Geschwindigkeit bei 113. Konsequenz: 240 Euro Strafe, ein Monat Fahrverbot und vier Flensburg-Punkte. "Das ist eine sehr hohe Zahl an Geschwindigkeitsverstößen", sagt Polizeisprecherin Heusgen, "obwohl das Tempolimit schon seit geraumer Zeit eingerichtet ist und viele Autofahrer als Berufspendler darum wissen."

Sie kündigte an, dass die Kontrollen auch in diesem Jahr "in unregelmäßigen Abständen" fortgesetzt werden. Das dort eingenommene Geld fließt übrigens in die Kasse des Rhein-Kreises. Wie viel das ist, kann dort aber niemand sagen, weil die Bußgelder aus allen Bereichen der Verkehrsordnungswidrigkeiten kommen", betont Kreissprecher Harald Vieten. Eine gesonderte Auswertung gebe es nicht.

Gewisse Rückschlüsse sind eventuell möglich, wenn man sich die Jahresrechnungen für anschaut: Im Jahr 2012, also dem Jahr des Brückenbrandes und Baus der Behelfsbrücke, die ab Ostern wieder befahrbar war, lagen die Bußgeldeinnahmen bei 2,57 Millionen Euro, im Jahr zuvor waren es 2,39 Millionen. Allerdings weist das vorläufige Rechnungsergebnis für 2013 "nur" 2,27 Millionen Euro aus — vielleicht aufgrund der deutlich geringeren Blitzaktionen.

(NGZ)