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Dormagen: Politik streitet um neue Schule

Dormagen : Politik streitet um neue Schule

Sekundarschule oder zweite Gesamtschule – an dieser Frage entzündet sich ein politischer (Richtungs-)Streit. Ebenso an der Standortfrage. Das Schulgutachten und vor allem eine Elternbefragung sollen für Klarheit sorgen.

Eine der wichtigsten Fragen in Dormagen wartet auf eine Antwort: Wie wird sich die Schullandschaft in der Stadt entwickeln? Unter welchen Schulen und Schulformen können die Eltern künftig wählen. Das steht zurzeit völlig in den Sternen. Zwar liegt ein umfangreiches Schulgutachten vor, das in der Verwaltung jedoch unter Verschluss gehalten wird. Erst im Haushaltssicherungskonzept, das die Rathausspitze am 3. Juli vorlegen will, wird es dazu Aussagen geben. Die Politik ist gespalten: Während die CDU eine Sekundarschule favorisiert, beharrt die SPD auf einer zweiten Gesamtschule.

Als mögliche Standorte von Sekundarschule und Gesamtschule gelten Hackenbroich (oben, Realschule) und die Stadtmitte (mit BvA-Gymnasium).

Die Ausgangslage: Der Schulkompromiss in NRW zwischen Rot-Grün und CDU ermöglicht die Einführung einer neuen Schulform, die Sekundarschule. Die demografische Entwicklung führt dazu, dass es in den nächsten Jahren deutlich weniger Schulkinder geben wird. Und drittens: Die Hauptschule ist ein Auslaufmodell. In Dormagen wird die Hermann-Gmeiner-Schule als einzige Hauptschule im Sommer keine Eingangsklasse bilden, sie läuft 2017 aus. Und nun? Die Stadt sieht keinen Handlungsdruck und will nach den Sommerferien mit einer Elternbefragung herausfinden, welche Schulform gewünscht wird. Aus diesen Ergebnissen samt Schulgutachten soll es für das Schuljahr 2013/14 Konsequenzen geben.

So denken die Fraktionen:

CDU Sie ist für die Sekundarschule und sieht keinen Bedarf für eine Gesamtschule, weil keine weitere Oberstufe nötig ist. "Wir wollen prüfen, ob in dem Elternfragebogen auch die Standortfrage mit berücksichtigt werden soll", sagt Fraktionschef Wiljo Wimmer.

SPD Sie spricht sich für eine zweite Gesamtschule aus. 52 Dormagener Kinder hätten zum jetzigen Schuljahr keinen Platz an der Bertha-von-Suttner-Schule erhalten. Die SPD kritisiert den Rathaus-Zeitplan: "Mit Infoveranstaltungen an Schulen könnte schon jetzt begonnen werden", sagt Ratsfrau Christiana Kemmerling.

FDP Die Liberalen geben ein Bekenntnis zum Erhalt des Leibniz- und BvA-Gymnasiums ab. Ebenso soll die bestehende Gesamtschule geschützt werden. Die FDP hält die Sekundarschule für denkbar, "merkwürdig, dass SPD und Grüne diese Schulform nicht wollen", so Fraktionschef Karl-Heinz Meyer.

Grüne Anhand der bislang vorliegenden Daten könne man noch keine Entscheidung treffen, sagt der schulpolitische Sprecher Marc Albrecht-Hermanns. Entscheidend sei das Schulgutachten und vor allem der Elternwille.

In der Standort-Frage gibt es drei realistische Varianten: 1. Am Schulstandort Hackenbroich entsteht eine zweite Gesamtschule, inklusive des Gymnasiums und der Realschule. 2. In der Stadtmitte wird an der jetzigen Hauptschule eine zweite Gesamtschule errichtet, die auch die Realschule beinhaltet. 3. Eine neue Sekundarschule wird in der jetzigen Hauptschule eingerichtet, inklusive der Realschule. Kooperationspartner in der Oberstufe wird das BvA.

(NGZ)