Dormagen: Politik streitet um neue Schule

Dormagen : Politik streitet um neue Schule

Die SPD will eine zweite Gesamtschule für Dormagen, die CDU setzt eher auf eine Sekundarschule. Ob es überhaupt genügend Schüler für eine weitere Schule geben wird, ist unklar. Ein Gutachten soll Klarheit sorgen.

Die Dormagener Schullandschaft steht womöglich vor einschneidenden Veränderungen. Sowohl im Grundschulbereich als auch in der Sekundarstufe. Hintergrund sind zum einen die rückläufigen Schülerzahlen, die die Existenz von Grundschulen bedrohen; zum anderen steht der Prüfauftrag der CDU-Fraktion zur Einrichtung einer Sekundarschule im Raum. Demgegenüber präferiert die SPD eine zweite Gesamtschule.

Dabei löst das Thema Gesamtschule offenbar erneut eine politische Grundsatzdebatte zwischen Befürwortern (SPD) und Gegnern (CDU) aus. Jedes Jahr werden, sagt die schulpolitische Sprecherin der Sozialdemokraten, Birgit Burdag, etwa 120 Kinder abgewiesen, die gern einen Platz auf der Gesamtschule hätten. Sie sagt: "Wir nehmen den berechtigten Wunsch der Eltern nach einem Gesamtschulplatz ernst und setzten uns mit aller Kraft dafür ein, jedem Kind längeres gemeinsames Lernen und damit bessere Bildungschancen zu ermöglichen." An der Bertha-von-Suttner-Gesamtschule bewarben sich für das kommende Schuljahr 266 Schüler, 180 wurden aufgenommen, 86 müssen sich eine andere Schulform aussuchen. Dabei stellt sich für Experten die Frage, wie viele Oberstufen, die zum Abitur führen, Dormagen verträgt? Mit einer weiteren Gesamtschule wären es 4,5 Oberstufen. Doch ob es dafür eine ausreichende Schülerzahl gibt, wird bezweifelt. Burdag argumentiert: "Die Eltern wählen gerade wegen der 13 Schuljahre die Gesamtschule, die es am Gymnasium wegen G 8 nicht mehr gibt."

Die CDU setzt auf ein anderes Pferd: Sie sieht Vorteile in der Sekundarschule. Dort lernen Kinder und Jugendliche mindestens in den Klassen fünf und sechs gemeinsam. Die Sekundarschule verfügt über keine eigene Oberstufe, sie kooperiert aber mit der Oberstufe eines Gymnasiums, einer Gesamtschule oder eines Berufskollegs. Ein Gutachter prüft zurzeit die Schulstruktur in Dormagen. Im Frühjahr sollen die Ergebnisse vorliegen. Aktuell gibt es keinen Handlungsbedarf: " Wir haben zurzeit keine weiterführende Schule, die in ihrer Existenz bedroht ist", sagt Ellen Schönen-Hütten, Leiterin des Schulverwaltungsamtes.

Das ist bei den Grundschulen anders. Schulen, die in zwei aufeinanderfolgenden Jahren weniger als 18 Anmeldungen haben, stehen vor dem Aus. Eine Lösung bietet die Möglichkeit, einen Schulverbund einzugehen. Damit können kleine Grundschulen erhalten bleiben. Allerdings verlieren sie ihre Eigenständigkeit und ihren Namen, weil ein Name für den Teilstandort nicht zulässig ist. Die Schulen haben danach eine Schulleitung und ein Lehrerkollegium. Die Friedensschule Nievenheim ist mit ihrem Teilstandort Gohr ein solches Beispiel.

(NGZ/url)