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Dormagen: Plan B für den Handball

Dormagen : Plan B für den Handball

Nach wie vor ist offen, ob der DHC Rheinland kommende Saison in der 2. Liga spielen darf. Eine neue Variante: Der DHC könnte auch als wirtschaftlicher Träger in der Regionalliga auftreten und unter seinem Namen weiterspielen.

Die Entscheidung ist noch frisch, und sie schmerzt: Dass das Präsidium der Handball-Bundesliga (HBL) am Dienstag bei seiner Entscheidung blieb, dem DHC keine Zweitliga-Lizenz zu erteilen, hat die Dormagener Handball-Fans geschockt. Es folgt der Gang vors Schiedsgericht, wobei der Ausgang des weiteren Rechtsstreits ebenso offen ist wie der genaue Zeitpunkt der Verhandlung. Doch die Zeit drängt. Der TSV Bayer Dormagen betont: "Es muss weiter um die Lizenz für die Zweite Liga gekämpft, parallel aber auch für die Dritte Liga geplant werden", sagt Rainer Lisson, Vorstand Sport.

Für den Fall, dass es nur in der Regionalliga weitergeht, wird noch eine neue Variante ins Spiel gebracht. In der 3. Liga ginge die Lizenz — in diesem Fall nicht der Handball-Bundesliga, sondern des Deutschen Handball-Bundes (DHB) — zwar sportrechtlich wieder auf den TSV Bayer Dormagen über. Was nicht ausschließt, dass ein dann gesunder DHC weiter als ausgelagerter wirtschaftlicher Träger der Mannschaft fungieren und unter seinem Namen weiterspielen könnte — ein Modell mit dem zusätzlichen Charme, dass der DHC nach einem Jahr Sperre wieder den Aufstieg anpeilen könnte, was dem TSV nicht möglich ist.

Klappt es noch mit der Lizenz, steht der DHC vor einem weiteren Problem: "Wir müssten zu einem sehr späten Zeitpunkt noch eine gute Mannschaft zusammenbekommen", sagt Aufsichtsratschef Heinz Hilgers, der sich "sehr enttäuscht" über die Entscheidung in Frankfurt zeigte. "Das ist wohl eine Entscheidung aus Prinzip: Es gibt keine Lizenz, so lange der Club im Insolvenzverfahren steckt." Die frühe Anmeldung der Insolvenz verteidigt er. "Dazu gab es keine Alternative." Hilgers hofft weiter auf Liga 2.

Der TSV hat nicht beliebig Zeit

All dies will frühzeitig zwischen TSV und DHC besprochen sein. Lisson macht deutlich, dass der Verein nicht beliebig lange auf eine endgültige gerichtliche Klärung warten kann, sondern auch Plan B verfolgen müsse. Der lautet: Ein konkurrenzfähiges Team für die Regionalliga auf die Beine zu stellen. "Wir können damit nicht bis Juli warten. Wir müssen wissen, wie die Mannschaft in der Dritten Liga aussieht", sagt Frank Neuenhausen vom TSV. Zumal einige Top-Talente bereits bei der Konkurrenz gehandelt werden. Fachleute beziffern ein tragfähiges Budget für die Regionalliga auf rund 250 000 Euro, die irgendwo herkommen müssen. Der TSV hat schon vorgefühlt, ob und in welchem Umfang eine Unterstützung seitens bisheriger Sponsoren möglich wäre.

(NGZ)