Dormagen: Pinski - wild und unbändig, aber mit Musik-Kultur

Dormagen: Pinski - wild und unbändig, aber mit Musik-Kultur

Zwei starke Frauenstimmen mit ganz eigenem Charakter, einer offensiven, aber nicht minder charmanten Attitude und drum herum zwei Bands mit eigenem durchdringenden Sound. Dies waren die Zutaten für den jüngsten Konzertabend in der Tank-Stelle Dormagen, präsentiert von Pitsy-Entertainment.

Den Anfang machte die Dormagener Band False Blossom um Sängerin Annika K., die mit ihrer punkig schrillen, mit viel schön aggressivem Druck gewürzten Stimme so manchen getriebenen, aber auch raffinierten Song präsentierte. Carlos P. und Nikko B. an den Gitarren, Ingo L. am Bass, Agustin N. Backing, Vocals, und nicht zuletzt Max W. an den Drums spielten ihren impulsiven Stil-Mix, der sich aber am ehesten als eine mit frischem Sound aufgemischte Mischung aus Punk und Rock charakterisieren lässt, mit großer Energie. Beflügelt, wohl auch durch die Freude über ihre EP-Release, die sie an dem Abend gebührend feierten.

Anschließend gastierte in der doch eher mäßig gefüllten Tank-Stelle - wobei das der Stimmung keinen Abbruch tat - Pinski. Insa Reichwein, alias "Pinski" - so heißt auch zugleich ihre Band - aus Köln, wartete gleichfalls mit einer wunderbar eigenen Stilmischung auf, wobei Sängerin und Musiker schon ein wenig sortierter, nicht ganz so gegen den musikalischen Strich gebürstet wirken als die Dormagener.

Pinski ist eine ganz sonderbar beeindruckende Person. Wild und unbändig auf den ersten Blick, aber mit musikalischer Kultur. Markenzeichen sind ihre Akustikgitarren, denen sie nicht nur Singer-Songwriter-Qualitäten entlocken kann. Rock, als Genre, greift zu kurz, um zu beschreiben, welche Wellenlängen ihre Songs auszustrahlen vermögen. Sie legt bewusst den Finger in so manche Wunde unserer heutigen Gesellschaft - engagierte Texte treffen auf tief empfundene Emotionen. Ian Alexander (Gitarre), Chris Streidt am Bass und Stephan Schöpe, meisterhaft am Schlagzeug, sowie Pinski selbst hatten aber auch eine ganz besondere Ankündigung zu machen: Einen Label-Vertrag - darauf kann man schon stolz sein! Das Album kommt übrigens im März 2018.

(cogl)