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Phonomuseum in Dormagen: Sonderausstellung mit bizarren Grammophonen

Phono- und Radiomuseum Dormagen : Ausstellung mit bizarren Grammophonen

Mit Boogie Woogie und Tanzvorführung wurde im wieder geöffneten Phono- und Radiomuseum eine neue Sonderausstellung gefeiert. Bis zum Beginn der Corona-Krise, als das Museum geschlossen werden musste, wurden knapp 24.000 Besucher gezählt - die angepeilte Zahl 25.000 wird bis zum Sommer kaum erreicht werden.

Der Besuch in der Bahnhofstraße hatte schon immer etwas Erfrischendes. Jetzt in Zeiten der Pandemie ist dieser Musen- und Techniktempel der konstante  Anziehungspunkt. Schrittweise gewinnt in diesen Tagen das reichhaltige Veranstaltungsprogramm wieder an Tempo und Aktualität, denn seit Dienstag sind die reich bestückten Räumlichkeiten wieder zu besichtigen.

An diesem Tag hat Jörg Hegemann, seines Zeichens großartiger Boogie Woogie-Pianist, ein Musikstück aus seinem noch nicht veröffentlichten Album gespielt („Foot Tappin´ Boogie“), das auf der Stelle in einem Video in Bild und Ton umgesetzt wurde. „Wir haben eine schöne Übereinstimmung“, freute sich Volkmar Hess, Mitbetreiber des Museums, „denn seit zehn Jahren besteht das Museum, und genau so lange kennen wir Jörg Hegemann.“

Das Turniertanzpaar Monika und Manfred Kehl brachte die schwungvollen Klänge gekonnt aufs Parkett. „Von heute an haben wir wieder die gewohnte Trainingsgelegenheit“, kommentierte Manfred Kehl die Wiedereröffnung.  Ganz atemlos: „Das Tanzen zu Hause ist doch damit gar nicht zu vergleichen.“ Wie es sich mit der Boogie Woogie-Musik verhält, die in den fünfziger Jahren einst die Tanzbars beherrschte, weiß Monika Kehl: „Anders als bei klassischen Weisen tanzen wir über die Fußballen.“ Viel ruckende und zuckende Bewegung ist dabei, eine Menge jugendlicher Übermut und Ausgelassenheit.

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Abgerundet wurde das Event am Dienstag von einer Führung durch die noch nicht eröffnete 21. Sonderausstellung (offiziell: April 2020 – März 2021). Überschrieben mit „Motivgrammofone treffen Drachenkunst“ geben sich dort Wolfgang Oppelt und Holm Gottschling ein Stelldichein ihrer Exponate. 19 originelle Grammofone unterschiedlichster Art sind zu besichtigen und sorgen für manche Überraschung.

Landestypische Eigenschaften spiegelt das Mexikophon wider, für die Tier- und Pflanzenwelt garantieren das Schwano- und Floraphon die Lacher. In der Getränkeabteilung der reich bestückten Ausstellung sind Whiskyphon nebst Cocaphon zu besichtigen. Hier werden selbst große Instrumenten-Trumms wie Sousaphon und Tuba zu Kunstobjekten. Beim verführerischen Temptaphon entsteigt eine attraktive Blondine dem Efeukranz.

Helm Gottschling, dreifacher Freestyle-Europameister im Lenkdrachen-Synchronflug, gibt Einblicke in sein aktives Pilot-Dasein. So präsentiert er rasante Lenkdrachen wie den „Feuervogel“, „Geschichten aus 1000 und einer Nacht“ sowie „Der Tod und das Mädchen“. Wahrer Eyecatcher ist dabei das Feuervogelkostüm mit seiner mehr als drei Meter großen Spannweite. Hinzu kommt eine Videopräsentation des künstlerischen Sportlers.

Und dann steht wieder Boogie Woogie auf dem Programm mit dem wunderbar frei am Piano improvisierenden Jörg Hegemann und dem bei aller Unbekümmertheit konzentriert auftretenden Tanzpaar. Sie bilden die lohnenden Objekte für das am selben Tag ins Internet gestellte Video. „Boogie Woogie ist locker“, freut sich  Manfred Kehl. „Für mich ist das wie Theater und einfach nur die ausdrückliche Freude an der Bewegung.“ Und dabei bietet diese Tanzform eine ganze Menge Ausdrucksmöglichkeiten, die sie bei den neuerdings anlaufenden öffentlichen Auftritten wieder unter Beweis stellen werden.

Hess genoss den Verlauf mit der Uraufführung und den tänzerischen Auftritten. „Am 12. März hatten wir hier das letzte Konzert. Seitdem mussten im Phono + Radio-Museum 30 Auftritte abgesagt werden.“ Bis zur Schließung wurden 23.906 Besucher gezählt, und die angepeilte Zahl 25.000 wird bis zum Sommer wohl kaum erreicht werden. Geöffnet  wird das Museum mit den Corona-üblichen Auflagen zunächst für Sonderführungen. „Das ist immerhin ein erfreulicher Anfang“, konstatiert Volkmar Hess. Anmeldungen unter 02162 45128 oder volkmar@grammofon.de und Helmut Dietsch, 02133 80848.