Dormagen: Pflanzen-Liebhaber auf Raritäten-Jagd

Dormagen: Pflanzen-Liebhaber auf Raritäten-Jagd

Im Sommer blüht es überall, der Aufenthalt auf Balkon, Terrasse und im Garten macht Spaß. Jetzt ist auch eine gute Zeit , Vorhandenes zu ergänzen oder umzugestalten – mit Raritäten, wie sie im Kloster Knechtsteden präsentiert wurden.

Pflanzen jenseits des Standard-Angebots, die am Wochenende bereits zum dritten Mal im Kloster Knechtsteden von rund 50 Raritätengärtnern aus sieben Bundesländern angeboten wurden, lockten wieder mehrere tausend Besucher in den Knechtstedener Klosterhof. Hier gab es neue, altbewährte, seltene oder einfach nur schöne Pflanzen.

Pünktlich zur Eröffnung sammelten sich die Besucher an der Kasse. "Der Andrang ist morgens besonders groß, weil die Pflanzenliebhaber die schönsten Exemplare mit nach Hause nehmen wollen", weiß Martin Pflaum, Veranstalter des Pflanzentreffs. Er selbst züchtet Agapanthus, also Schmucklilien, die in Violett und Weiß Lust auf den Sommer machen und gar nicht so häufig zu finden sind. Während die Veranstaltung in den vergangenen beiden Jahren auf dem Kulturhof stattfand, freut sich der Gärtner jetzt, dass der Pflanzentreff im Klosterhof ein neues Heim gefunden hat. "Ich bin selbst auf Raritätenmärkten in ganz Deutschland vertreten, kenne die Szene und konnte so hochkarätige Gärtner als Aussteller gewinnen", sagte er. Und der interessierte Besucher konnte schnell feststellen, dass man aus den Gesprächen mit den Fachleuten so manchen guten Tipp mit nach Hause nehmen kann, so auch Margot König aus Overath. Die 63-Jährige hatte eine Reihe spezieller Fragen im Gepäck: "Meine Stammrose will einfach nicht wachsen, da erhoffe ich mir Rat vom Profi", sagte sie. "Außerdem habe ich einige Fragen zur Clematis." Informationen zu der Waldrebe fand sie bei Armand Kremer von der Staudengärtnerei "Green Globe", der zahlreiche Clematis in den unterschiedlichsten Farben anbot. "Ansonsten lasse ich mich für meinen Garten inspirieren, wenn ich etwas Schönes für mein Staudenbeet finde, freue ich mich." In ihren Augen sei der Pflanzentreff in Knechtsteden eine Besonderheit, vor allem wegen seiner Vielfalt. Ausgefallene Schattenstauden, Farne und Gehölze, Kräuter, Duft- und Kübelpflanzen, Zwiebelpflanzen, Orchideen und Tillandsien, Passionsblumen, Kakteen, Ceropegien, Wildalpenveilchen oder Fachliteratur gab es zu entdecken.

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Feines Gebäck mit Rosenwasser gab es am Stand von Schirin Motedayen zum Probieren und Kaufen. "Ich backe nach uralten persischen Rezepten. Das Gebäck enthält kaum Zucker, wenig Fett, dafür aber ganz viele Gewürze." Auch das Delhovener Gartencenter "Schlösser & Keup" ließ es sich nicht nehmen, eine Auswahl besonderer Pflanzen zu präsentieren: "Ich habe winterharte Stauden, Taglilien und Schwertlilien dabei", sagt Wolfgang Schlösser. "Viele Besucher sind wie Briefmarkensammler stets auf der Suche nach einer besonders seltenen und schönen Sorte, die es in regulären Gärtnereien gar nicht gibt. Ich habe zehn verschiedene seltene Arten." Wie so oft beim Sammeln steigert die Seltenheit auch bei Pflanzen das Interesse. "Manche wünschen sich einen individuellen Garten, in dem jede Pflanze ein besonderer Blickfang ist, den Nachbarn nicht einfach nachkaufen können", weiß Schlösser. Angelika Lüpertz (55) aus Roermond ist schnell fündig geworden: "Ich interessiere mich für ausgefallene Blumen. Mein Garten ist klein, aber speziell", sagte sie. Besonderes Augenmerk legte sie auf die Hosta, die sie wegen ihrer Vielfalt schätzt.

(NGZ)
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