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Dormagen: "Partei-Pferd" macht am liebsten Politik

Dormagen : "Partei-Pferd" macht am liebsten Politik

Am heutigen Internationalen Weltfrauentag wünscht sich die Vorsitzende des CDU-Ortsverbandes Dormagen, Elke Wölm, Frauen, die "mutiger sind und sich in der Politik einfach mal versuchen".

Es war diversen Quellen zu Folge die deutsche Sozialistin Clara Zetkin, die 1910 auf dem Internationalen Sozialistenkongress in Kopenhagen die Einführung eines internationalen Frauentages vorschlug. Ein Jahr später wurde dieser Weltfrauentag dann erstmals begangen. Heute freut sich mit Elke Wölm auch eine Christdemokratin über diese Initiative, von der sie als aktive Kommunalpolitikerin auch profitiert. Die 72 Jahre alte Dormagenerin gehörte vor rund 38 Jahren zu den ersten Frauen in Dormagen, die nach der kommunalen Neugliederung einen Sitz im Stadtrat hatten. Zusammen mit den verstorbenen Maria Brendler und Hannelu Manitz war sie eine von drei CDU-Frauen im Rat. Einen besonderen Geschlechterkampf gab es nicht: "Wir hatten ein gutes Miteinander."

Nach einiger Zeit des Nachdenkens kommt mit einem Schmunzeln: "Natürlich gab es damals Männerdomänen in der Politik. Es war schwer, als Frau in bestimmte Ausschüsse zu kommen, die die Männer für sich reklamierten. Wie Planung und Bauen oder Finanzen. Da hatten wir Frauen schlechte Karten."

Die Seniorin sitzt zwar nach vier Wahlperioden schon seit langem nicht mehr im Stadtrat, doch altersmüde ist sie überhaupt nicht. Im Gegenteil: "Ich bin ein Partei-Pferd, hat mal ein Kollege gesagt", erinnert sich Wölm. So hält sie der CDU und der Kommunalpolitik heute noch die Treue. Wölm ist Vorsitzende der Frauen-Union, tummelt sich auf Kreisebene und wird in zwei Wochen erneut als Vorsitzende des Ortsverbandes Dormagen kandidieren. "Ich habe gewissermaßen in meinem ganzen Leben in meiner Freizeit am liebsten Politik gemacht."

Es war der damalige Bürgermeister Gustav Geldmacher, der Wölm animierte, sich doch in der Politik zu engagieren. Die damalige Hobbykeglerin und Pressewartin war bei einem Kegelturnier auf Geldmacher gestoßen. Der hatte auch gleich eine Idee: Fraktionssekretärin bei der CDU. Der Fraktionsvorsitzende Peter-Olaf Hoffmann traf sich dann mit ihr und lotste sie zu den Christdemokraten. Damit begann das in Wilhelmshaven geborene Nordlicht, das in München ihre Ausbildung zur Industriekauffrau absolvierte und der Liebe wegen 1968 in Dormagen landete, ihre kommunalpolitische Laufbahn. Drei Jahre später rückte sie bereits über die Reserveliste in den Stadtrat. Ihren Wahlkreis in Horrem konnte sie nicht gewinnen: Dort setzte sich der sozialdemokratische Platzhirsch Jürgen Alef durch. "Viel zu verdanken habe ich Werner Enders, er war damals gewissermaßen mein politischer Mentor."

Am heutigen Weltfrauentag hat Elke Wölm einen Wunsch: "Es sollten mehr Frauen mutiger sein und es zumindest versuchen, in die Politik zu starten." So wie sie es vor 41 Jahren getan hat. Damals wie heute ist (nicht nur) die CDU im Rat weit entfernt von der Idealvorstellung Wölms, dass sich Männer und Frauen je zur Hälfte die Ratsmandate teilen. Wölm: "Frauen müssen auch auf die Parteien zugehen und dürfen sich nicht verstecken."

(schum)