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Dormagen: Parkplatznot am Krankenhaus

Dormagen : Parkplatznot am Krankenhaus

Hackenbroich Kranke brauchen Zuspruch, positive Begleitung. Sie sind auf Besuche von Verwandten, Freunden und Bekannten angewiesen. "Ein regelmäßiger Besuch, ein paar aufmunternde Worte tragen zur schnelleren Genesung bei", sagt eine erfahrene Schwester.

Hackenbroich Kranke brauchen Zuspruch, positive Begleitung. Sie sind auf Besuche von Verwandten, Freunden und Bekannten angewiesen. "Ein regelmäßiger Besuch, ein paar aufmunternde Worte tragen zur schnelleren Genesung bei", sagt eine erfahrene Schwester.

Der Arzt neben ihr nickt. Doch im Kreiskrankenhaus Dormagen in Hackenbroich Trost zu spenden ist nicht so leicht. Denn vor den Besuch am Krankenbett steht die schwierige und zeitraubende Suche nach einem Parkplatz. Die Stellplätze sind meist besetzt.

Es gibt regelrechte Kämpfe mit wüsten Beschimpfungen und Beinahe-Berührungen des Blechs, wenn einmal ein Platz frei wird. Zur regulären Besuchszeit nachmittags geht gar nicht mehr. Die Klinik-Besucher, darunter viele ältere Menschen, stellen ihren fahrbaren Untersätze verbotenerweise an der Dr. Geldmacher-Straße ab oder weichen in die einige hundert Meter entfernten Wohngebiete aus.

"So geht das nicht weiter", sagt CDU-Planungsexperte Hermann Harig. Er hat sich Gedanken über Lösungen gemacht. Und stößt dabei immer wieder auf ein Problem. Zusätzlicher Parkraum für die vom Kreis getragene Klinik kann es nur auf städtischen Grundstücken geben. Seine Schlussfolgerung: "Beide Stellen müssen sich zusammenraufen." Und das hat in anderen Bereichen durchaus geklappt.

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Nach Angaben des Technischen Leiters der Klinik, Stefan Verbücheln, bestehen rund um den Krankenhauskomplex genau 371 Parkplätze zur Verfügung, darunter 120 für die Besucher und Patienten, der Rest für die Bediensteten. Angesichts von 650 Beschäftigten, drei Wohnheimen und 346 Betten relativiert sich die Zahl.

Verschärfend kommt hinzu, dass der benachbarte große Parkplatz des Schulzentrums mit der Ausweitung des Unterrichts in den Nachmittag zur Krankenhaus-Besuchszeit völlig ausgelastet ist. Und auch der Personalparkplatz der Klinik ist ausgebucht, manche Krankenschwester sucht im öffentlichen Parkraum einen Stellplatz.

Das Dilemma: Seit der Eröffnung der Klinik vor 25 Jahren wurde die Parkfläche nicht vergrößert, obwohl Klinik und Schule kräftig wuchsen zuzm Beispiel mit einer Ausweitung der ambulanten Behandlungen und des Reha-Zentrums. Zur Stellplatz-Not beigetragen hat auch die von vielen gewünschte Verlängerung der Parkzeit von zwei auf drei Stunden.

Harig und stellvertretender Bürgermeister Hans Sturm können sich vorstellen, dass das derzeitige verbotene Parken auf dem Randstreifen der Dr. Geldmacher-Straße legalisiert und wechselseitig auf der Fahrbahn Parktaschen angelegt werden könnte.

Ein entsprechender Vorschlag wurde jetzt im Bauausschuss mit Hinweis auf weiteren Beratungsbedarf zurück gestellt. Harig: "Damit könnten bis zu 50 neue Plätze geschaffen werden, die allerdings nicht alle nahe an der Klinik liegen." Hans Sturm weist auf einen weiteren positiven Aspekt hin: "Dadurch würden die Autofahrer endlich gezwungen, die Geschwindigkeitsbegrenzung zu beachten."

Für Gottfried Koch, Leiter des Fachbereichs Tiefbau "die schnellste und preiswerteste Lösung".Die Not am Krankenhaus ist so groß, dass die Stadt nach Angaben von Pressesprecher Harald Schlimgen zurzeit das an sich verbotete Abstellen auf dem unbefestigten Randstreifen an der Geldmacher-Straße toleriert, wenn der übrige Verkehr nicht gefährdet wird.

Ein weiteres probates Mittel wäre es, auf der dem Krankenhaus gegenüberliegenden Ackerfläche, wo jetzt ein Landwirt frische Blumen und Gemüse anbietet, einen Platz anzulegen. Doch diese Möglichkeit scheint an der Finanzierung zu scheitern: Im Klinik-Budget ist kein Betrag für Parkplätze vorgesehen.

Eine andere Möglichkeit bestünde darin, den begrünten Bereich zwischen dem Schulparkplatz und der Geldmacher-Straße in Parkfläche umzuwandeln. Dieses Grundstück ist in städtischer Hand; diese Lösung könnte ohne großen Aufwand realisiert werden.

Allerdings hat Gottfried Koch dagegen Bedenken: "Wir sollten schon darauf achten, dass Parkflächen durch etwas Grün abgeschirmt sind." Die Stadt weist auch darauf hin, dass auf dem Krankenhaus-Areal noch genügend freie Flächen vorhanden seien.

Ein weiterer Nachteil der Parkplatznot: Die reservierten Plätze für geh- und schwerbehinderte Patienten vor den öffentlichen Plätzen sind immer häufiger von Unbefugten belegt - ein Ärgernis, das von den Politessen mit zunehmender Härte geahndet wird.

(NGZ)