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Dormagen: Palmzweige werden zu Asche verbrannt

Dormagen : Palmzweige werden zu Asche verbrannt

Am Aschermittwoch erhalten Katholiken in den Dormagener Gottesdiensten ein Aschenkreuz auf die Stirn gezeichnet. Mit der gesegneten Asche wird an die Vergänglichkeit erinnert und der Beginn der Fastenzeit markiert.

Wer heute einen der katholischen Gottesdienste im Seelsorgebereich Dormagen-Nord besucht, kann Zeuge der Herstellung der Asche für das Aschenkreuz werden. "Wir verbrennen die Palmzweige vom vergangenen Jahr vor den Augen der Gläubigen", erklärt Pfarrer Klaus Koltermann. "Es ist wichtig, dass sie die Asche als Zeichen der Reinigung betrachten, wie auch die heute beginnende Fastenzeit insgesamt für die Läuterung und das Reinigen steht."

In der Pfarrgemeinde St. Michael Dormagen-Süd ist das Palmzweige-Verbrennen bereits geschehen: "Wenn wir an Palmsonntag die Palmzweige an den Kreuzen erneuern, verwahren wir die alten, bis wir sie kurz vor Aschermittwoch verbrennen", sagt Pfarrer Peter Stelten von St. Michael. Danach werden die Rückstände noch zerstampft und in Glasbehältern aufbewahrt.

Am heutigen Aschermittwoch, der den Beginn der 40-tägigen Fastenzeit markiert, wird die Asche in allen katholischen Gottesdiensten im Stadtgebiet mit Weihwasser gesegnet. Dann zeichnet der Priester mit der gesegneten Asche ein Kreuz auf die Stirn der Gläubigen.

"Die Asche symbolisiert Vergänglichkeit und fordert uns Katholiken zu Umkehr und Buße auf", sagt Stelten, der daran erinnert, dass 1091 der Beginn der Fasten- und Bußzeit auf den Mittwoch vor dem ersten Sonntag der Fastenzeit vorverlegt wurde, wodurch der Aschermittwoch entstand. "Alle Getauften sollten durch dieses Zeichen des Kreuzes mit Asche ihre Bekehrungsbedürftigkeit dokumentieren", erklärt Pfarrer Stelten, dass die Fastenzeit eine Zeit der Erneuerung der christlichen Lebensführung und eine Hinführung auf die bewusste Feier des Osterfestes ist: "Ohne Ostern keine Fastenzeit, und ohne Fastenzeit kein Karneval", sagt der Pfarrer von St. Michael: "Wir können nicht das ganze Jahr auf einer geraden Linie leben, sondern benötigen besondere Zeiten, wie den lebensfrohen Karneval und die konzentrierte Fastenzeit, mit der wir uns bewusst auf das Hochfest der Auferstehung Christi, auf Ostern, vorbereiten."

Das betont auch Pfarrer Koltermann: "Nach den lauten Tages des Karnevals tut es gut, auf die Bremse zu treten und sich auf Ostern und das Halleluja vorzubereiten und zu freuen." Koltermann selbst ist als "Riesen-Baby" bei vier Karnevalssitzungen aufgetreten, unter anderem bei der KG Rot-Weiß Ückerath und den Frauensitzungen in Nievenheim und Delrath. "Jetzt kommt die Zeit, sich zu besinnen und zu erkennen, wofür und woraus ich wirklich lebe", sagt Koltermann und schließt dabei auch die Priester nicht aus: "Das Kirchenjahr lädt uns alle ein, zu uns selbst und zu Gott zu finden." Dabei steht die Fastenzeit für Pfarrer Koltermann nicht gleichbedeutend mit einer traurigen Zeit: "Wir dürfen weiter lachen und uns am Leben erfreuen, sollten nur die Chance nutzen, auch einmal innezuhalten."

Die Asche helfe dabei, den Katholiken bewusst zu machen, dass sie sich selbst nicht so wichtig nehmen sollen, wie Pfarrer Stelten meint: "Wir alle sind erlösungsbedürftig — Gott ist unsere Erlösung!" Die Asche zeige aber auch, dass der Mensch nur auf Zeit auf Erden sei, sagt Stelten: "Das relativiert unsere Wichtigkeit und den Individualismus."

In den Gemeinden werden in der Fastenzeit zahlreiche Gottesdiensten, Kreuzwegandachten, Fastenandachten und Morgengebete der Jugend angeboten, um sich auf Ostern vorzubereiten.

(NGZ/ac)