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Paar aus Dormagen: Sport machen im Fitnessstudio für den eigenen Keller

Corona-Krise in Dormagen : Ein Fitness-Studio für den eigenen Keller

Ein Paar aus Dormagen hat sich einen voll ausgestatteten Fitnessraum in den Keller gebaut. Dort trainieren sie in der Corona-Krise für Marathon und Triathlon.

Wo andere alte Sachen unterstellen, haben sich Andrea Diethers und ihr Lebensgefährte Jan-Erik Kruse ein wahres Paradies für Sportler geschaffen. Im Keller ihres Hauses in Rheinfeld befindet sich ein rund 60 Quadratmeter großer, ganz privater Fitnessraum. Die eigene Sportstätte lässt sich gut in den Alltag der jungen Eltern integrieren und ist besonders im Hinblick auf das Coronavirus ein echter Vorteil: Während Fitnessstudios überall geschlossen sind, können Diethers und Kruse ein paar Treppen nach unten steigen und sofort Sport treiben.

Dass das Paar einen eigenen Fitnessraum braucht, war beiden früh klar. „Sport ist einfach die größte Leidenschaft von uns, ein zentraler Punkt in unserem Leben“, sagt die 35 Jahre alte Diethers, die häufiger bei Marathons antritt. Ihr ein Jahr älterer Lebenspartner, den sie beim Sport kennengelernt hat, ist Triathlet. Beide arbeiten zudem in der Sportartikelbranche.

Jan Erik Kruse auf dem Crossbike. Foto: Michael Kruse

Doch erst mit dem Umzug nach Rheinfeld konnte sich das Paar den Traum eines großen Fitnessraums erfüllen. „Als wir eine Zeit lang in Rommerskirchen gewohnt haben, hatten wir einen Fitnessraum statt einem Wohnzimmer. Das war uns lieber“, sagt Diethers und lacht. „Das war der Running Gag bei unseren Freunden.“ Ein weiterer Grund für den Umzug: Diethers und Kruse erwarteten ihr erstes gemeinsames Kind. „Da war es nicht so einfach, draußen laufen zu gehen oder in ein Fitnessstudio zu fahren“, sagt Diethers. „Im eigenen Raum habe ich dann vor und nach der Geburt Sport machen können – und musste nur in den Keller gehen.“

Diethers und Kruse verbringen viel Zeit in ihrem Fitnessraum: jeweils zwölf bis 16 Stunden in der Woche. Diethers läuft jede Woche rund 120 Kilometer und ist mindestens einmal täglich im Keller, manchmal auch zweimal. Eine Laufeinheit ist Pflicht, im Anschluss folgen manchmal noch Kraftübungen oder Yoga. Ihr Lebensgefährte sitzt als Triathlet darüber hinaus sehr viel auf dem Fahrrad.

Der Fitnessraum ist modern ausgestattet und lässt im Vergleich zum Fitnessstudio nichts vermissen – eher im Gegenteil. „Wir haben alles, was wir für unser Training brauchen“, sagt Diethers. Es gibt ein Laufband, zwei Spinning Bikes, ein Rudergerät und ein sogenanntes Airbike. „Das ist sehr anstrengend“, sagt Diethers. „Es ist aber unser Lieblingsgerät, weil es sehr intensiv und sehr kraftaufwendig ist“. Für optimale Trainingsbedingungen hinzu kommen eine Klimmzugbank, Gewichte, Matten, Bänke und weiteres Zubehör.

Voll ausgestattet: Ein Blick in den Fitnessraum, der sich auf über 60 Quadratmeter im Keller befindet. Foto: Andrea Diethers

Auch ein Fernseher und eine Musikanlage gehören zum Inventar. „Wenn ich für den Marathon trainiere, mache ich immer mehrere lange Läufe jeweils um die 35 Kilometer, die gerne 2,5 Stunden dauern“, erklärt die Mutter. „Da ist es ganz nett, wenn man einen Fernseher hat, um sich eine Serie anzugucken.“

Die Vorteile des eigenen Fitnessraums liegen auf der Hand. Diethers ist deutlich flexibler: „Ich spare mir die Zeit, um in ein Fitnessstudio zu fahren. Außerdem kann ich trainieren, wann ich will.“ Zudem sei es einfacher, Beruf, Familie und Sport unter einen Hut zu bringen. Tagsüber kümmern sich die Eltern um ihre Tochter, um dann manchmal erst ab 22 Uhr oder schon um sechs Uhr morgens Sport zu machen. „Da hat aber nicht jedes Fitnessstudio geöffnet“, so Diethers.

Diethers und Kruse trainieren trotz all dem Komfort im eigenen Haus auch draußen. „Wir wohnen zwei Kilometer vom Rhein entfernt“, berichtet Diethers. „Ich liebe es, bei gutem Wetter am Rhein laufen zu gehen.“ Jan Luhrenberg