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Dormagen: Orgelweihe in Horrem: Kardinal lobt Gemeinde

Dormagen : Orgelweihe in Horrem: Kardinal lobt Gemeinde

Trotz Sparzwang haben das Erzbistum Köln und die Pfarre St. Michael in eine neue Orgel investiert. Kardinal Meisner weihte sie gestern.

In Zeiten eines harten Sparkurses setzt das Erzbistum Köln mit der neuen Orgel in der Kirche "Zur Heiligen Familie" in Horrem ein Zeichen für die Zukunft. Gestern weihte Joachim Kardinal Meisner das 200 000 Euro teure Instrument, zu dem die Gemeinde St. Michael Dormagen-Süd 20 Prozent selbst beigesteuert hatte. "Diese wunderbare Scholz-Orgel, ein Unikat in der Diözese, hilft, das Lob Gottes zu verkünden und unsere Herzen zu Gott emporzuheben", sagte Meisner.

In einem würdevollen Pontifikalamt überzeugten sich 500 Gläubige vom Klang der Turm-Orgel. Der gut aufgelegte Erzbischof lobte die Gemeinde für ihren Einsatz und forderte sie auf, die Orgel als "Verstärker des Wortes Gottes" zu nutzen: "Lassen Sie die Botschaft Gottes erschallen!" Das Evangelium werde nicht mit Krieg, sondern durch ansteckende Freude weitergegeben.

Meisner betonte beim anschließenden Empfang im Bürgerhaus Horrem: "Auch wenn wir an Rechnungen sparen müssen, dürfen Sie nicht an Schönem sparen, und Sie brauchen kein schlechtes Gewissen wegen ihrer schönen Orgel zu haben." Die Feier der Orgelweihe lasse ihn gestärkt nach Köln zurückkehren: "Eine lebendige Gemeinde ist eine Freude." Er dankte ihr dafür, dass sie die "notwendige Zusammenlegung so gut vollzogen" habe.

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Bürgermeister Peter Olaf Hoffmann wies auf die Gemeinschaftsleistung hin: "Diese hervorragende Orgel ist ein gutes Beispiel für den Zusammenhalt und gemeindliche Solidarität." Die Übernahme von 80 Prozent der Kosten durch das Erzbistum sei ein "großartiges Signal für diesen Stadtteil", der sich sein "Wir-Gefühl" bewahrt habe.

"Ein wundervoller, sehr stimmiger Tag für die Gemeinde", schwärmte Pfarrer Peter Stelten, der mit Kardinal Meisner und Kreisdechant Guido Assmann die Heilige Messe zelebriert hatte. Assmann, von 1998 bis 2007 an St. Michael in Dormagen tätig, freute sich, "so viele bekannte Gesichter wiederzusehen".

Der Neusser Kreisdechant hatte in Köln das Projekt "Zukunft heute" vorangetrieben. "Nach einigen Widerständen ist der heutige Tag eine Bestätigung, dass das Zusammenwirken ehemals eigenständiger Gemeinden als eine Pfarre Energie freisetzen und gut funktionieren kann", sieht Assmann die Gemeinde Dormagen-Süd in einer Vorreiter-Rolle.

Orgelbauer Martin Scholz aus Mönchengladbach zeigte sich zufrieden: "Schön zu hören, dass sich die Orgel auch in einer voll besetzten Kirche so gut entfalten kann." Regionalkantor Michael Landsky spielte während des Pontifikalamtes, bevor am Nachmittag Kantor Horst Herbertz und Kirchenmusiker Lothar Bremm den Orgelpart beim Konzert übernahmen.

(NGZ/rl)