Dormagen: Online-Versteigerung ist großer Erfolg

Dormagen : Online-Versteigerung ist großer Erfolg

Zum ersten Mal versteigerte das Bürgeramt Dormagen Fundsachen über einen Online-Versteigerer. Vor allem Fahrräder wurden gut verkauft. Der Leiter des Fundbüros, Michael Feiser, will weiter Online-Versteigerungen organisieren.

Zehn Tage lief die erste Versteigerung von Dormagener Fundsachen im Internet. So gut wie alle Teile waren bis Samstagabend verkauft worden. "Wir haben nicht damit gerechnet, dass der Anklang so groß ist", erklärt der Organisator der Versteigerung, Michael Feiser vom Bürgeramt.

Vor allem der Verkauf der fast 50 Fahrräder war ein voller Erfolg. So erzielte das Fundbüro für einige Räder Preise über 100 Euro und verkaufte alle in die Auktion gegebenen Räder. "Das ist toll, dass wir die nun los sind, denn die Lagerkosten für Fahrräder sind sehr hoch", so Feiser. Weniger erfolgreich war die Online-Auktion bei gefundenen Schmuckstücken. Hier fanden sich deutlich weniger Abnehmer, rund die Hälfte wurde verkauft, was Feiser allerdings nicht anficht: "Die Lagerkosten sind deutlich geringer, die kommen einfach bei uns in den Safe. Außerdem können wir Goldschmuck sehr einfach verkaufen."

Nach der ersten erfolgreichen Online-Auktion von Dormagener Fundsachen sollen in der Zukunft ein bis zwei Auktionen über das Internet pro Jahr stattfinden. "Wir sind mit dem Auktionator sehr zufrieden, das war eine sehr gute Zusammenarbeit", sagt der Chef des Fundbüros. Denn vor allem die Organisation halte sich in Grenzen und der Ertrag sei durch den professionellen Versteigerer sehr positiv. Selber Versteigerungen organisieren will Feiser daher nicht mehr: "Das ist ein riesiger Aufwand für sehr wenig Geld. Bei den online Profis sind wir in sehr guten Händen, auch wenn wir noch warten müssen, wie die Abrechnung verlaufen wird." So schätzt Feiser, dass die Stadt ein Zehntel der Kosten habe und die Einnahmen das Fünfache im Vergleich zu einer selbst organisierten Versteigerung ausmachen. "Wir haben gar nicht die Expertise und die technischen Möglichkeiten, eine Versteigerung so professionell durchzuführen", sagt Michael Feiser. So müssten zum Beispiel die Daten auf Handys, die in die Versteigerung gehen, wegen des Datenschutzes vollständig gelöscht werden — eine Aufgabe, die "das Bürgeramt Dormagen nicht leisten kann".

Daher hat sich die Versteigerung auch für die Stadt Dormagen gelohnt, denn die Erlöse (abzüglich der Provision für den Auktionator) gehen in die klammen Kassen der Stadt. Auch wenn das Geld sicher nur ein Tropfen auf den heißen Stein ist, so haben doch einige Objekte respektable Summen eingebracht. Mehrere Fahrräder wurden für 150 Euro pro Stück versteigert. Bei den Rädern seien rund Zweidrittel an auswärtige Händler verkauft worden, schätzt Feiser: "Da sind zum Teil professionelle Händler dabei, die gleich acht Räder ersteigert haben und dann weiterverkaufen."

Wegen des besonderen Versteigerungsmodus waren bis gestern Abend immer noch Schnäppchen möglich. Denn anstatt den Preis nach oben zu bieten, wurde der Preis minütlich immer weiter verringert, bis er das erste Gebot erreichte. Allerdings gab es auch Mindestgebote, die vor allem bei Goldschmuck über dem Goldwert des Objektes lagen. So war ein Armreif aus 585er Gold der Ladenhüter. Mit einem Startgebot von 1000 Euro und einem Mindestgebot von 500 Euro fand er keinen Abnehmer. Bei Michael Feiser ist die Freude über die gelungene Premiere trotzdem groß: "Mit solch einem Erfolg hätte ich nicht gerechnet."

(NGZ)
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