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Online-Aktion in Dormagen: Umweltschützer kritisieren geringe Resonanz

Online-Aktion in Dormagen : Umweltschützer kritisieren geringe Resonanz auf Petition

Der Frust sitzt tief bei Brigitte Savlidis. Die Umweltschützerin, die zusammen mit Volker Ortlepp Sprecher der Initiative „Der Wald bleibt“ ist, fühlt sich von den meisten der heimischen Politiker nicht Ernst genommen.

Jetzt verschaffte sie sich in einer Mail an die Ratsfraktionen Luft: „Ich schäme mich für Sie“, schreibt sie darin. Nach „mehr als zehn Tagen haben erst zwölf von Ihnen – demnach erst etwas mehr als 25 Prozent (der Ratsmitglieder, Anm. d. Red) – eine Stellungnahme zur Onlinepetition abgegeben.“

Savlidis setzt sich für den Erhalt des Waldes an der Alten Heerstraße ein, an dessen Stelle der Gewerbepark Top West erweitert werden soll. Auf der Plattform „OpenPetition“ hat sie rund 1400 unterstützende Unterschriften erhalten und diese samt Petition an Bürgermeister Erik Lierenfeld eingereicht. Nach Angaben der Stadt werden die Unterlagen im Fachbereich Städtebau geprüft.

OpenPetition hat seinerseits die Ratsmitglieder angeschrieben und um eine Stellungnahme gebeten. Die sind bislang in den allermeisten Fällen negativ. Am häufigsten haben SPD-Ratsmitglieder mit standardisierten Antworten ablehnend reagiert, ebenso ein FDP-Mitglied, Zwei CDU-Stadtverordnete äußerten sich verhaltend-ablehnend.

Savlidis wirft der Politik Unkenntnis vor, hält die Argumentation der SPD für inhaltlich falsch, denn bei dem betroffenen Gebiet handele sich um ein Verbundbiotop, was bestritten wird. „Es ist klimawirksam und eine Frischluftschneise.“ Sie wird in Richtung der Politik deutlich: „Ahnen Sie auch nur ansatzweise, was Sie mit der Befürwortung dieser menschen- und artenzerstörenden Planungen auslösen? Ahnen Sie es auch nur ansatzweise, wie es ist, jeden Monat weniger gesunde Bäume im Wohnumfeld wahrzunehmen?“ Sie verweist inhaltlich auf die Vernichtung von mehr als 80 Prozent der in Rede stehenden 13 Hektar.

(schum)