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ÖPNV in Dormagen: Jusos stellen Bürgerantrag zu Verbesserungen

ÖPNV in Dormagen : Juso-Bürgerantrag zum Nahverkehr

Die SVGD wird um Prüfung einer Anpassung der Taktung der Busse und die Erhöhung der Frequenz gebeten.

Hatten sie sich bereits im Herbst 2018 mit ihrer Kampagne „#umsteigen“ für eine Verbesserung des Öffentlichen Personen-Nahverkehr (ÖPNV) in Dormagen“ eingesetzt, legen die Jusos jetzt nach: Vorsitzender Laurenz Tiegelkamp und Schriftführer Max Schreier haben einen Bürgerantrag für den nächsten Stadtrat am 26. Februar unterschrieben. Sie bitten darin, ihre Anregungen von der städtischen Tochter Stadtbad- und Verkehrsgesellschaft Dormagen (SVGD) prüfen zu lassen. Es geht vor allem um eine bessere Anpassung der Taktung und eine Erhöhung der Frequenz, aber auch um Wlan und Busbeschleinigungsmaßnahmen wie eigene Spur oder Vorrang an Ampeln – sowie Erweiterung der Strecken, bzw. neue Linien.

 Juso-Schriftführer Max Schreier (l.) hat den Bürgerantrag mit unterschrieben. Am Samstag kam er mit SPD-Stadtverbandsvorsitzendem Carsten Müller und vielen Bürgern ins Gespräch.
Juso-Schriftführer Max Schreier (l.) hat den Bürgerantrag mit unterschrieben. Am Samstag kam er mit SPD-Stadtverbandsvorsitzendem Carsten Müller und vielen Bürgern ins Gespräch. Foto: Carina Wernig

„Mit einer besseren Abstimmung der Bus- und Bahn-Abfahrtszeiten könnte viel verbessert werden“, sagt Max Schreier. Am Samstag suchte er mit der SPD am Ratskeller mit vielen Bürgern das Gespräch zum ÖPNV. „Wir hatten eine sehr gute Resonanz“, zog SPD-Stadtverbandsvorsitzender Carsten Müller ein positives Fazit des Morgens. Den Gesprächen, auch denen, die die Jusos nach den Sommerferien 2018 geführt haben, ist eins gemeinsam: „Wenn der Busverkehr attraktiver wird, hilft das den Jugendlichen, die kein Auto haben, ist aber auch eine Anregung für andere Dormagener, ihr Auto öfter mal stehen zu lassen“, fasste Schreier zusammen und verweist auf den positiven Effekt für die Umwelt.

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Dieses „Umsteigen“ auf Bus und Bahn hätte auch den Nebeneffekt, dass sich die Parkplatzsuche rund um den Bahnhof entspannen würde, wie Carsten Müller betont: „Dann wäre dort der Parkdruck nicht mehr so groß. Das heißt aber nicht, dass wir nicht weiter an ParkLösungen arbeiten.“ Da Dormagen weiter wächst, müsste dringend das Angebot angepasst und erweitert werden. Die Neubaugebiete müssten optimal an das Netz angeschlossen werden. Selbst eifriger Buspassagier, weiß Max Schreier, Mit-Initiator der Kampagne „#umsteigen“, dass „in Dormagen sicher keine Fünf-Minuten-Takte wie in Köln möglich sind“. Aber eine Verbesserung sei möglich, auch bei der Busausstattung mit Wlan.

2020/21 soll das Busnetz in Dormagen komplett überprüft werden. Da SVGD-Geschäftsführer Klaus Schmitz im Gespräch mit den Jusos bereits signalisiert hat, die 20-Minuten-Takte für sinnvoll zu halten („Wenn sie finanzierbar sind“, wie er auf Nachfrage unserer Redaktion bestätigte), hoffen die Jusos auf eine positive Entwicklung. „Es wäre schön, wenn der Stadtrat das gemeinsame Interesse am ÖPNV unterstützen würde“, sagt Max Schreier. Dann würde der Antrag, der nicht direkt von einer Fraktion kommt, an den SVGD-Aufsichtsrat zur Prüfung verwiesen. „Der Geschäftsführer hat aufgrund der Komplexität des Antrags erforderliche umfangreiche Untersuchungen angekündigt“, heißt es in der Beratungsvorlage.

Auch andere Fraktionen haben immer wieder eine Verbesserung der Taktung und der Frequenz gefordert und dem ÖPNV Vorrang eingeräumt. Zuletzt am Freitag die CDU, indem sie die zeitnahe Umrüstung der Busflotte auf schadstoffarmen Antrieb anregt und auf die Beispiele anderer Städte verweist. Auch die CDU-Nachwuchsorganisation Junge Union hatte Anfang Februar eine Pressemitteilung zur Verbesserung des ÖPNV mit den gleichen Forderungen wie die Jusos herausgegeben.