1. NRW
  2. Städte
  3. Dormagen

Dormagen: Obdachlosen-Container: Gericht warnt Stadt

Dormagen : Obdachlosen-Container: Gericht warnt Stadt

Die Stadt Dormagen hat einen "Warnschuss" des Verwaltungsgerichts Düsseldorf erhalten. Seit einem Jahr liegt sie in einem Rechtsstreit mit Obdachlosen, die gegen zu hohe Gebühren für ihre Wohnunterkünfte klagen.

Im Zusammenhang mit dem neuen Wohnheim-Konzept der Stadt für Obdachlose hat das Gericht nun darauf hingewiesen, dass durch die Stadt keine "vollendeten Tatsachen" geschaffen werden sollen, bevor nicht das Gericht gegebenenfalls die Container in Augenschein genommen hat. In einem Fall ist es schon zu spät, weil die Containeranlage am Bivetswegs in Gohr bereits abgebaut ist. Dazu will das Verwaltungsgericht eine Erklärung von der Stadt haben, wieso es dazu kam. Für Jugend- und Sozialdezernent Gerd Trzeszkowski ein "Vorgang der laufenden Verwaltung", man sei zudem mit dem Gericht im Gespräch.

In Sachen Klage ist noch keine Entscheidung ergangen. Der Neusser Anwalt Cornel Hüsch, der die Heimbewohner vertritt, ist zuversichtlich: "Es ist nicht nachvollziehbar, dass die Stadt einerseits selbst von unzumutbaren Unterkünften spricht und sie abbauen will, auf der anderen Seite aber Quadratmeterpreise von 30 bis 40 Euro verlangt." So muss einer der Klienten als Selbstzahler monatlich 327 Euro für sein 8,96 Quadratmeter großes Zimmer berappen. "Denen, die Hilfe benötigen, muss man auch eine menschenwürdige Unterkunft geben", sagt Hüsch. "Wir reden hier nicht über Legebatterien oder Hundezwinger, sondern über Menschen, die Wohnen nicht für sich selbst regeln können. Es geht nicht nur um gute Bedingungen für junge Familien und um Gewerbeansiedlungen. Bei Obdachlosen gibt es in Dormagen noch Nachholbedarf."

(NGZ)