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Dormagen: Nutzungsgebühr für Vereine kommt später

Dormagen : Nutzungsgebühr für Vereine kommt später

Im Sportausschuss wird das Thema Nutzungsgebühr verschoben, aber ein neues Zuschuss-Modell für Jugendförderung heute diskutiert.

Geht es nach Kämmerer Kai Uffelmann, dann sollen die Mitglieder des Sportausschusses heute in ihrer Sitzung die Einführung von Sportstättennutzungsgebühren für die Dormagener Vereine beschließen. Doch dazu wird es aller Voraussicht nach nicht kommen.

Denn die Jamaika-Koalition und die SPD haben sich fraktionsübergreifend darauf verständigt, dieses brisante Thema zu verschieben.

Vielmehr soll die Verwaltung aufgefordert werden, mit den Vereinen ins Gespräch zu kommen, um gemeinsam Lösungen zu finden, wie einerseits die Stadt Geld sparen kann, andererseits die Vereine dadurch nicht in existenzielle Nöte geraten. Auf dem Tisch liegt Uffelmanns Vorschlag, dass die Vereine ein Nutzungsentgelt von fünf Euro pro Stunde zahlen sollen.

Das würde Vereine in bis zu fünfstelliger Höhe belasten. Hinter den Kulissen ist davon die Rede, dass eine solche Regelung frühestens ab dem Jahr 2014 käme. Aber wohl auch nicht in dieser Form. Denn die beiden großen Fraktionen, CDU und SPD, sind sich einig, dass Vereine, die sich in ihrem Schwerpunkt auf Kinder- und Jugendarbeit konzentrieren, nicht gleichermaßen belastet werden wie der Verein, der nur Sport für Ältere anbietet. "Verwaltung und Vereinen soll Zeit für eine Lösung gegeben werden", sagt SPD-Fraktionschef Bernhard Schmitt.

Daher bleibt der Zwist im Ausschuss aus. Aber die CDU ist sauer auf die "totale Verweigerung" der Sportvereine, die beim Bürgerforum keine Einsicht gezeigt hätten, so die Fraktionsspitzen Wiljo Wimmer und Reinhard Hauschild, zu einer "finanziell messbaren Entlastung der Stadt" beizutragen. In den Bürgerforen habe es Verständnis der Betroffenen für die Notwendigkeit des Sparens gegeben.

"Lediglich im Forum Sport haben sich nahezu alle Sportvereine geweigert, durch Zahlung von Nutzungsentgelten für Sportstätten zur finanziellen Entlastung der Stadt beizutragen", so die CDU-Politiker.

Diese Kritik gefällt Claus Radke, Vorsitzender des Sportverbandes, gar nicht: "Starker Tobak. In Inhalt und Form nicht akzeptabel." Kommt 2014 die Nutzungsgebühr, "dann in Stufen und nicht pauschal fünf Euro für alle Nutzer". Radke glaubt, dass Vereine ihr Angebot überdenken werden, dass es zu einer "Bereinigung" kommen werde.

Eine Lösung muss es auch bei den Zuschüssen für Jugendarbeit geben. Vier Euro pro Kopf und Jahr erhalten die Sportvereine zurzeit von der Stadt. Offenbar soll es eine grundlegende Änderung der Bezuschussung geben. CDU-Altmeister Hans Sturm bestätigt derartige Überlegungen. "Städtische Zuschüsse an Kinder und Jugendliche sollten aus einem Etat kommen."

Auf den Sport bezogen, sagt die CDU: "Wir können uns gut vorstellen, dass bei einer Staffelung der Zuschüsse zur Jugendarbeit Anreize gesetzt werden, um Sportvereine zu einer noch besseren und noch intensiveren Jugendarbeit zu motivieren."

Info 17 Uhr, Ratssaal Neues Rathaus

(NGZ/rl)