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Dormagen: Notunterkünfte: Stadt sperrt Duschtrakt

Dormagen : Notunterkünfte: Stadt sperrt Duschtrakt

Der Streit zwischen Stadt und sieben der 200 Bewohner von Notunterkünften in Dormagen geht in eine weitere Runde. Harald Brodehl, der in der Notunterkunft Piwipper Straße 6 lebt und einer der Kläger ist, moniert, dass die Stadt vor etwa einer Woche den Zugang zu einem Duschtrakt in dem Gebäude mit verschraubbaren Metallwinkeln versperrt hat.

Die Einwohner nennen es laut Brodehl ihr "Rheinfelder Fort Knox". Er vermutet, dass die Stadt den Bereich gesperrt hat, damit nichts über den "versifften" Duschtrakt öffentlich wird.

Laut Norbert Hütten, Leiter Service Zentrale Dienste, war die Sperrung des Duschtraktes dagegen aus anderen Gründen nötig: "Durch mutmaßliche Zerstörung besteht Verletzungsgefahr." Voraussichtlich am heutigen Montag würde der Duschtrakt repariert. "Es hat einige Tage gedauert, bis wir jemanden schicken konnten, weil es auch in den Unterkünften an der Elsa-Brändström-Straße und am Rudolf-Harbig-Weg Zerstörungen gab", sagt Hütten. Duschen könnten die Bewohner an der Piwipper Straße aber weiter: Jeder Etage habe einen Duschraum, nur der im Keller sei betroffen.

Die sieben Bewohner von Notunterkünften hatten die Stadt zuletzt wegen einer 200-prozentigen Gebührenerhöhung beim Düsseldorfer Verwaltungsgericht verklagt. Laut Rechtsanwalt Cornel Hüsch, der die Heimbewohner vertritt, sei die Gebührenerhöhung nicht rechtens, weil eine differenzierte Betrachtung der Arbeitszeiten, die die einzelnen Stadtmitarbeiter für die Notunterkünfte aufgewandt haben, nicht stattfand. "Ich bin gespannt, wie die Stadt erklären will, dass die Kosten für die Hausmeister für diese Objekte dort nicht eingerechnet wurden, andere Personalkosten aber schon", sagt Hüsch.

Das Gericht habe die Stadt zur Stellungnahme aufgefordert. Bis Mitte August muss die Verwaltung sich äußern. Notunterkunft-Bewohner Brohdehl kritisiert einen weiteren Punkt: Obwohl Fachbereichsleiter Gerd Trzeszkowski betont habe, es sei das Ziel der Stadt, die Bewohner der Notunterkünfte in den öffentlichen Wohnungsmarkt zu vermitteln, sei das nicht passiert. "Nicht ein einziger der fünf Bewohner (der Piwipper Straße) hat einen Vorschlag für eine Wohnung erhalten", so Brohdehl.

Hütten will das nicht so stehen lassen: "Das kann man glauben oder nicht. Ich weiß, das solche Angebote immer wieder gemacht werden."

(NGZ)