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Dormagen: Norovirus: Quarantäne aufgehoben

Dormagen : Norovirus: Quarantäne aufgehoben

Zwölf Verdachtsfälle auf das Norovirus gab es im Alloheim. Die Folge: Quarantäne. Ein Angehörige kritisiert, das Virus sei nie nachgewiesen worden.

Die Situation im Alloheim Dormagen entspannt sich. Seit gestern ist die Quarantäne der Station eins der Senioreneinrichtung aufgehoben. "Die Bewohner zeigen nun keine Symptomatik mehr", sagt Alloheim-Pressesprecher Michael Emmrich. Nun kritisiert die Tochter zweier Alloheim-Bewohner die Quarantänemaßnahme. Es seien keine stichhaltigen Anstrengungen unternommen worden, den Verdacht zu bestätigen.

"Wir sind sehr froh über die Entwicklung", sagt der Leiter des Kreisgesundheitsamtes, Dr. Michael Dörr. Nachdem über die Hälfte der 20 Stationsbewohner Symptome einer Norovirus-Infektion zeigten, hatten sich Einrichtungsleitung und das Kreisgesundheitsamt seinen Angaben nach geeinigt, die Quarantäne für die Station eins zu verhängen. "Um Übertragungen vorzubeugen, haben wir den Bereich, geschlossen", erklärt Emmrich. Er berichtet jedoch, dass es sich bei den Krankheitsfällen nicht um Norovirus-Erkrankungen handele. Dem widerspricht der Gesundheitsamtsleiter. "Es gab ein hochinfektiöses Geschehen im Alloheim. Bei der schnellen Ausbreitung der Erkrankung und dem Verlauf steht zu 99 Prozent fest, dass es sich um das Norovirus handelt", erläutert er.

Auf dieser Grundlage hatte das Gesundheitsamt auch die Quarantäne empfohlen. "Wir haben darauf verzichtet, Stuhlröhrchen für weitere Tests zu vereilen", gibt Dörr an. Genau das sowie die Quarantäne im Allgemeinen kritisiert Professorin Silke Rathgeber. "Eine Quarantäne stellt einen erheblichen Eingriff in die Grundrechte dar und die Ermittlungspflicht zur Bestimmung der Ursache und Ansteckungsgefahr liegt bei Ihrem Amt", schreibt sie in einer E-Mail an das Gesundheitsamt. Dörr meint: "Die von uns erteilten Empfehlungen waren notwendig. Auch mit nachgewiesenem Norovirus hätten diese nicht anders ausgesehen." Das reicht Rathgeber nicht. "Meiner Meinung nach wurde nicht nur das Virus nicht nachgewiesen. Auch die Quelle wurde nicht lokalisiert."

(NGZ)