Dormagen: "Nikola" und "Peggy" warten auf Kunden

Dormagen: "Nikola" und "Peggy" warten auf Kunden

Versandhändler Amazon hat an zwei Stellen in Dormagen zwei sogenannte Locker, Abholstationen für Pakete, aufgestellt. Im Unterschied zu Mitbewerber DHL funktionieren die Locker nur während den Öffnungszeiten von Aldi.

Sie heißen "Nikola" und "Peggy" und warten auf Kundschaft: Der US-amerikanische Versandhändler Amazon hat in Dormagen zwei sogenannte "Locker" aufgestellt. Das englische Wort bedeutet Schließfach. Die beiden dunkelgrauen Abholstationen befinden sich in Horrem an der Mathias-Giesen-Straße 20 und in Nievenheim an der Sausweide 1. Weitere Automaten stehen im Rhein-Kreis Neuss in Grevenbroich, Rommerskirchen, Neuss und Meerbusch.

Kunden können auf der Homepage von Amazon nach den neuen Paketstationen in der Nähe suchen und ihrem Adressbuch hinzufügen. Bei der Bestellung wird angegeben, wohin Amazon das Paket schicken soll. Wenn die Lieferung da ist, erhält man eine E-Mail mit einem Code und kann die Ware abholen, wann es einem zeitlich passt. Die Selbstbedienung erfolgt über einen Bildschirm mit Tastatur. Die Pakete befinden sich in Fächern mit unterschiedlichen Größen und werden drei Werktage lang aufbewahrt.

Die Locker in Deutschland befinden sich unter anderem bei Tankstellen, Banken und Apotheken. Die beiden Abholautomaten in Dormagen tragen die weiblichen Vornamen "Nikola" und "Peggy". Das Besondere an den Standorten ist, dass Amazon hier mit Aldi Süd kooperiert und für seine Automaten Flächen auf den Parkplätzen des Discounters mietet. Um die Abholung mit einem Einkauf verbinden zu können, funktionieren die Paketstationen nur zu den üblichen Aldi-Öffnungszeiten von Montag bis Samstag von 8 bis 21 Uhr. "Damit bieten wir unseren Kunden den Vorteil des besonders praktischen "One-Stop-Shoppings", also einen Zusammenschluss sich ergänzender Einzelhandels- oder Dienstleistungsbetriebe an einem Standort", sagt Anamaria Preuss von der Unternehmensgruppe Aldi Süd in Mülheim an der Ruhr.

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Mit dem Locker-Angebot betritt der weltgrößte Onlinehändler Neuland. Zum ersten Mal übernimmt er jetzt selber den Vertrieb seiner Artikel und die Bereithaltung in eigenen Paketstationen. In der EU gibt es bereits mehr als 1300 Locker in sieben Ländern. Dass Amazon in diesem Bereich expandieren will, zeigt ein Blick auf die Homepage: Mit einem Formular können Interessenten ihre Grundstücke als zukünftigen Standort vorschlagen.

Amazon tritt jetzt in Konkurrenz zu Logistikfirmen wie Hermes oder DPD, die ebenfalls Waren des Unternehmens ausliefern. Dunja Kuhlmann, Pressesprecherin der Deutschen Post DHL Group-Zentrale in Bonn, bleibt angesichts des neuen Mitbewerbers Amazon gelassen. 90 Prozent der Bundesbürger könnten heute schon eine DHL-Packstation innerhalb von zehn Minuten erreichen und für Versand und Abholung von Sendungen nutzen. Rund um die Uhr.

"Wir haben zehn Millionen registrierte Packstation-Kunden und es gibt 47 Millionen Online-Shopper in Deutschland. Das zeigt, wie akzeptiert und etabliert unsere Packstationen inzwischen sind. Auch in Zukunft wollen wir das Automatennetzwerk weiter ausbauen und planen schon jetzt weitere Packstationen in den deutschen Großstädten", sagte Kuhlmann unserer Redaktion.

(drz)
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