1. NRW
  2. Städte
  3. Dormagen

Dormagen: Nievenheimer Oberst würdig verabschiedet

Dormagen : Nievenheimer Oberst würdig verabschiedet

Großer Zapfenstreich: Reinhard Skusa steht nach 16 Jahren als Oberst und elf Jahren als Adjutant nicht mehr an der Regimentsspitze.

Beim nächsten Nievenheimer Schützenfest gibt es eine doppelte Premiere: Bei der Parade am 13. Juli 2014 wird zum ersten Mal der bisherige Adjutant Wolfgang van Bömmel-Wegmann als Oberst dem Regiment der St.-Sebastianus-Schützenbruderschaft Nievenheim-Ückerath voranreiten — und der langjährige Oberst Reinhard Skusa wird zum ersten Mal in seiner 1981 begonnenen Schützenlaufbahn zu Fuß mitmarschieren: Zunächst war Skusa Nievenheimer Vorreiter, dann 1984/85 Schützenkönig, wonach er als Adjutant elf Jahre lang an der Regimentsspitze ritt, bevor er 1997 zum Oberst gewählt wurde. "Ich bin tatsächlich noch nie zu Fuß im Regiment gegangen", bestätigte Skusa lachend.

Auf der Generalversammlung am Freitagabend wurde der 65 Jahre alte Skusa nun mit langanhaltendem Applaus verabschiedet, anschließend würdigten ihn die Schützen mit einem eindrucksvollen und bewegenden Großen Zapfenstreich auf dem Salvatorplatz. Sehr stimmungsvoll geleiteten die Nievenheimer Schützen — dazu viele Gäste, unter anderem zahlreiche Obristen aus dem Stadtgebiet — mit Pechfackeln und Marschmusik ihren scheidenden Oberst zum Platz vor St. Pankratius, auf dem das Tambourcorps Eintracht Ückerath, unterstützt vom Tambourcorps Concordia Nievenheim, die besondere Würdigung intonierte.

Es war ein historischer, so noch nie dagewesener Abend, wie Brudermeister Detlef Spitzenberg am Freitagabend den knapp 300 uniformierten Schützen im Saal Robens erklärte: "Heute endet eine Ära, zugleich haben wir einen neuen Regimentschef — Habemus Oberst." Skusa, Träger des Hohen Bruderschaftsordens, habe das hohe Amt immer mit Leib und Seele ausgefüllt, die Bruderschaft hervorragend vertreten und auch finanziell gern unterstützt. "So lange stand noch kein Nievenheimer an der Regimentsspitze", erklärte Spitzenberg. Er bedankte sich herzlich beim Ex-Oberst und dessen Frau Cilly für ihre Arbeit für die Bruderschaft.

Bewegt durch den Beifall und die Sympathiebekundungen seiner Schützen zu den Klängen von "Time to say goodbye", sagte Reinhard Skusa: "Der Abschied fällt mir sehr schwer, unsere Bruderschaft ist etwas Besonderes." Der Geschäftsführer einer Betontransport-Gesellschaft bedankte sich bei seinen Schützen mit einem "Ade — das steht für Anerkennung, Dank und Erinnerung". Er sei sich sicher, dass sein Nachfolger die Zügel fest und gut in der Hand halten werde.

Nach dem ausgiebigen Zapfenstreich, den auch viele Zuschauer verfolgten, feierten die Schützen in der Halle der Freiwilligen Feuerwehr Nievenheim noch zwei Stunden weiter. Stolz gehe er in die Reihen seines Hubertuszuges "Woo blievste su lang" zurück, hatte Reinhard Skusa am Freitagabend den Schützen erklärt, am Sonntagmorgen trug er bereits die Hubertusschützen-Uniform beim Besuch des Broicher Schützenfestes. "Das ist ein ganz neues Gefühl, aber ganz und gar nicht schlecht", erklärte Skusa.

(NGZ)