Dormagen: Nievenheim soll von Autos entlastet werden

Dormagen: Nievenheim soll von Autos entlastet werden

Die Stadt wurde beauftragt, die Kosten für eine Umgehungsstraße über Kohnacker und Marie-Schlei-Straße zu ermitteln.

Die Verkehrssituation in Nievenheim ist unverändert angespannt: Immer wieder kommt es auf der Neusser- und der Bismarckstraße zu Rückstaus an der Ampel, quälen sich Autoschlangen an geparkten Autos auf der Neusser Straße vorbei. Um auch der prognostizierten Mehrbelastung in den nächsten Jahren entgegenzuwirken, soll die Verwaltung nun die Kosten einer Entlastungsstraße von der L 380 über den Kohnacker und die Marie-Schlei-Straße zur Bismarckstraße prüfen. Das beschloss der Planungs- und Umweltausschuss am Dienstagabend einstimmig.

Gutachter Manuel von den Eichen von der Ingenieurgesellschaft für Verkehrswesen Brilon Bondzio Weiser (BBW) aus Bochum hatte den Mitgliedern fünf Varianten für eine Ortsumgehung präsentiert - drei im Süden und zwei im Norden - und deutlich empfohlen, eine südliche Ortsumgehung, den so genannten "Planfall 1" über Kohnacker und Marie-Schlei-Straße, kurzfristig umzusetzen. "Sie hat auch ohne Realisierung der Anschlussstelle Delrath eine stark entlastende Wirkung für die Ortsdurchfahrt Nievenheim und würde sie im Gegensatz zu anderen Varianten auch nach dem Autobahnanschluss beibehalten", sagte der Vertreter des Ingenieurbüros, das mit der Analyse der Verkehrssituation im Dormagener Norden zur Fortschreibung des seit 2009 geltenden Verkehrsentwicklungsplans beauftragt worden war - und zugleich für den Rhein-Kreis Neuss die Anschlussstelle Delrath untersucht hatte.

Ein Problem für die Bertha-von-Suttner-Gesamtschule bestehe laut Gutachter durch die Ortsumgehung über die Marie-Schlei-Straße nicht. Der Knotenpunkt Neusser-, Saint-André- und Bismarckstraße würde dadurch entschärft und der permanente Rückstau an der Ampel vermieden. Der "Planfall 1" würde die Bismarckstraße auch ohne Autobahnanschluss um 1800 Autos am Tag entlasten - erst mit dem Autobahnanschluss gäbe es eine erhebliche Entlastung der Neusser Straße. Andere Umgehungsstraßen würden sogar mehr Verkehr in Wohngebiete leiten oder den Schwerverkehr anziehen, der zurzeit durch die Unterführung davon abgehalten werde, durch Delrath und Nievenheim zu fahren.

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Der Vorschlag, eine Ortsumgehung über die Verlängerung der Marie-Schlei-Straße und den Kohnacker auf die L 380 zu bauen, hatte auf der Bürgerversammlung der Stadt im November 2017 bei einer Handzeichen-Abstimmung auch die größte Zustimmung erfahren. Auch die Verwaltung empfiehlt diese Variante. Bürgermeister Erik Lierenfeld hatte in der Bürgerversammlung versprochen, dass eine Ortsumgehung unabhängig von der Planung der A 57-Anschlussstelle Delrath zu sehen sei und "daher auch zügig vorangetrieben werden könnte". Die endgültige Entscheidung über die Ortsumgehung trifft der Stadtrat, nachdem die Kosten ermittelt sind.

Im von Carsten Müller geleiteten Planungsausschuss hatte Manuel von den Eichen drei Szenarien, wie der geplante Autobahnanschluss Delrath die vorhergesagten Verkehrsflüsse in und um Nievenheim herum beeinflussen würde, erläutert. Wie der Gutachter erklärte, hatte sich bei der Bürgerversammlung eine klare Mehrheit gegen eine Schließung der Brücke Zinkhüttenweg ausgesprochen, eine der drei Varianten, die alle Nievenheim und Delrath entlasten würden. "Aus Verkehrsplanersicht gibt es keine Vorzugsvariante, wie der Autobahnanschluss angebunden werden sollte", erklärte von den Eichen.

(NGZ)