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Dormagen: Neustart für Campingplatz

Dormagen : Neustart für Campingplatz

Pünktlich zur Saison öffnete auch der Stürzelberger Campingplatz "Strandterrasse" – und das ein knappes halbes Jahr nach dem Großbrand, dessen Ursache nie geklärt wurde.

Pünktlich zur Saison öffnete auch der Stürzelberger Campingplatz "Strandterrasse" — und das ein knappes halbes Jahr nach dem Großbrand, dessen Ursache nie geklärt wurde.

Auf der kleinen Terrasse sitzen einige Camper und lassen sich den Kaffee schmecken. Sie wirken sehr vertraut miteinander, lachen und plaudern. Es ist 10 Uhr morgens. Mit frisch aufgebrühtem Kaffee kommt Hannelore Meuther aus dem kleinen neuen Chalet auf Rädern. Das muss sein, erklärt sie, damit im Hochwasser-Fall alles schnell abgebaut werden kann.

Die 58-Jährige, die den Campingplatz in Stürzelberg gemeinsam mit ihrer Tochter Sonja (29) betreibt, kann wieder lächeln und hat Wort gehalten: 'Wir machen weiter' hatten sie und Ehemann Wolfgang im vergangenen Oktober gesagt, nachdem ein Brand das Verwaltungsgebäude mit Kiosk und Außenterrasse völlig zerstört hatte. Die Brandursache wurde nie geklärt — laut Polizeibericht war der Brand bereits zu weit fortgeschritten.

In vierter Generation hatte das Ehepaar das Familienunternehmen übernommen. "Wir haben 1976 geheiratet. Schon vorher habe ich meiner Schwiegermutter geholfen", erzählt Hannelore Meuther. Mit Tochter Sonja ist nun die fünfte Generation am Werk. Sonja ist auf dem Platz aufgewachsen, kennt die meisten Camper, die seit vielen Jahren nach Stürzelberg kommen.

"Wir haben Gäste aus Neuss, Mettmann, Hilden, Köln, Remscheid und Düsseldorf. Mitunter auch welche aus Bayern oder Österreich, die auf der Durchreise sind", berichtet die "Chefin" und ergänzt: "Uns haben hier Viele geholfen und beim Aufbau mit angpackt."

Einer von ihnen ist Winfried Eitz, der bereits seit sieben Jahren mit seinem Wohnwagen kommt und während der kompletten Saison von April bis Oktober bleibt. "Ich fahre von hier aus jeden Tag zur Arbeit", sagt der 44-Jährige. Er genießt das Leben auf dem Platz. Zwischen 18 und 19 Uhr träfe man sich abends auf der Terrasse, ein Stündchen später ginge jeder zurück in seinen Wohnwagen. "Wir machen auch schon mal gemeinsam eine Radtour, und im Dezember treffen wir Dauercamper uns dann jedes Jahr auf dem Kölner Weihnachtsmarkt."

Im Frühjahr haben die Meuthers begonnen, ihr Chalet neu aufzubauen. Unterbrochen wurden die Arbeiten durch das Hochwasser. Dennoch konnte am 1. April zum Saisonstart geöffnet werden. Ehemann Wolfgang hat das nicht mehr miterlebt. Er starb im Dezember. "Wir machen hier im Sinne meines Mannes weiter", sagt Hannelore Meuther. Ein anderes Leben als das auf dem Platz könnte sie sich nicht vorstellen.

In den Ferien ist der Platz fast ausgebucht. Denn neben den Dauercampern, den Wohnwagen-Urlaubern, die nur zwei oder drei Wochen bleiben, kommen auch die Zelter — Familien und Jugendliche, die oft nur einige Tage bleiben. Dann ist Leben auf dem Platz. Das genießt Hannelore Meuther genauso wie die ruhigen Stunden auf der Terrasse "unter Freunden", wie sie die Dauergäste nennt.

(NGZ)