Neusser Straße in Nievenheim: Kein Fußgängerüberweg, aber Prüfung

Verkehr in Nievenheim : Hilfe für Überqueung der L 380

Im Moment ist eine Querungshilfe unrealistisch. Die Stadt prüft weitere Ideen.

Die viel befahrene L 380, die Neusser Straße, macht es Fußgängern schwer, sie in Höhe des Friedhofs zu überqueren. Da es sich um eine Landestraße handelt, müssen für Zebrastreifen oder Ampel zahlreiche Kriterien erfüllt werden – falls sie nicht komplett unrealistisch sind. Zudem müsste die Stadt bei Ablehnung durch Straßen.NRW die Querungshilfe selbst finanzieren. Erneut konnte daher im Hauptausschuss ein Antrag – dieses Mal von der FDP – auf einen Fußgängerüberweg nicht erfüllt werden. Bürgermeister Erik Lierenfeld sagte allerdings eine Kostenschätzung für die Errichtung einer Querungshilfe und die Darstellung der rechtlich zulässigen Möglichkeiten, einschließlich der voraussichtlichen Kosten und des Sicherheitsaspektes, für eine Sitzung des Hauptausschusses zu.

Eine Querungshilfe wurde aufgrund der fehlenden Einsatzvoraussetzungen in Abstimmung mit den zu beteiligenden Behörden abgelehnt. Ein Zebrastreifen ist aufgrund der vorhandenen Verkehrsbelastungen nicht zulässig, auch lagen die Fußgängerquerungen unterhalb der geforderten Mindestanzahl von 50 Querungen in der Spitzenstunde. „Die bisherigen Prüfungen haben weiterhin Bestand, an der Örtlichkeit hat sich nichts geändert und auch das Verkehrsaufkommen hat sich seit der letzten Beschäftigung mit diesem Thema nicht signifikant verändert“, erläuterte die Verwaltung. Wie der Erste Beigeordnete Robert Krumbein im Hauptausschuss erläuterte, würden die Zahlen der querenden Fußgänger sowie der Fahrzeuge auf der Straße zugrunde gelegt. „Aufgrund des sehr hohen Verkehrsaufkommen auf der Neusser Straße sei gesetzeskonform nur eine Bedarfssignalanlage rechtlich zulässig“, so Krumbein.

Die von der Zentrums-Fraktion im vergangenen Jahr beantragte Querungshilfe, bzw. Mittelinsel, sei damals vom Straßenbaulastträger Rhein-Kreis Neuss mit Hinweis auf die Straßenbaukosten abgelehnt worden. Seit 2014 habe es dort keinen Unfall durch eine Querung gegeben, so Krumbein. „Das Sicherheitsgefühl der Nievenheimer ist durch die fehlende Querungshilfe gestört“, betonte Antragsteller Gerd Sräga (FDP) im Hauptausschuss und bat um erneute Prüfung. Auch der Zentrumsfraktionsvorsitzende Hans-Joachim Woitzik bat um Abhilfe: „Es sollte doch möglich sein, dass Senioren ohne Probleme die Straße queren können.“

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