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Neues Konzept: Stadt Dormagen will mehr Jugendliche einbeziehen

Stadt Dormagen : Die Stadt will mehr Jugendliche beteiligen

Konzept: Mehr Kinderfreundlichkeit durch Kommunalpolitisches Praktikum, Kinder-Rallye im Rathaus und Stadt-Schülerinitiative.

Drei konkrete Maßnahmen sollen die Kinderfreundlichkeit der Stadt Dormagen und die Beteiligungsmöglichkeiten der Jugendlichen an Entscheidungsprozessen noch verstärken: Ein kommunalpolitisches Praktikum, eine Kinder-Rallye durchs Rathaus und die Stadt-Schülerinitiative. Diese Maßnahmen gehören zum Konzept „Partizipation von Kindern und Jugendlichen in Dormagen“, das die neue Kinder- und Jugendbeauftragte der Stadt, Julia Stöcker, im Jugendhilfeausschuss den Vertretern aus Politik, Jugendhilfeeinrichtungen und Verbänden vorstellte.

Einstimmig beschlossen die Mitglieder des Jugendhilfeausschusses, dass für die Umsetzung der einzelnen Maßnahmen zusätzlich 5000 Euro in den städtischen Haushalt eingestellt werden. Das Konzept hatte der Jugendhilfeausschuss im Frühjahr beauftragt und gleichzeitig entschieden, dass sich die Stadt um das Zertifikat „Kinderfreundliche Kommunen“ bewerben soll, was inzwischen erfolgt ist.

Wie Julia Stöcker dem Ausschuss vorstellte, wurden die Leistungen der Stadt für Kinder und Familien auf den Prüfstand gestellt, um Verbesserungsmöglichkeiten herauszufinden. „Es geht um die Stärkung von Kinderrechten in Dormagen“, so Stöcker, die sich „zuversichtlich“ zeigte, dass die Stadt im Sommer 2019 das Siegel erhalten werde. Nach der Eröffnung des Familienbüros, in dem die Stadt alle ihrer kinder- und familienrelevanten Angebote mit denen des Rhein-Kreises und anderer Kooperationspartner vernetzt hat, sei dort eine noch bessere Zusammenarbeit der Fachkräfte möglich.

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Um herauszufinden, wie die Kinderfreundlichkeit in Dormagen aussieht, wurden 282 Neun- bis 14-Jährige befragt. „66 Prozent gaben an, dass sie nur selten in der Schule mitbestimmen können, dafür aber zu 60 Prozent zu Hause“, erklärte Stöcker. Da 53 Prozent sagten, die Kinderrechte nicht zu kennen, widmete Julia Stöcker diesem Thema viel Raum im Kinderparlament am 19. November. Gewaltfrei zu leben, Sport und einen ruhigen Ort zum Chillen war den Kindern besonders wichtig. Zudem gab es einen Workshop mit 152 Jugendlichen im Alter von 13 bis 21: „Sie wünschen sich vor allem Chillen, Sport und Videos/Serien gucken“, so Stöcker über die Jugendlichen, die sich eher für Projekte interessierten.

Ihr Fazit: „Man kann Jugendliche gut erreichen, muss ihnen aber etwas zutrauen und dann auch aushalten, wenn etwas anders gemacht wird als bisher.“ So soll mit einem Kommunalpolitischen Praktikum, dem Helfen beim Aufbau einer Stadt-Schülerinitiative und einer Kinder-Rallye durch das Rathaus gelebte Demokratie vermittelt werden. „Wir wollen das pädagogische Personal schulen, damit Kindern frühzeitig Verantwortung übergeben wird“, so Stöcker.