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Dormagen: Neues Hallenbad soll zügig gebaut werden

Dormagen : Neues Hallenbad soll zügig gebaut werden

Am Tag nach dem gescheiterten Bürgerentscheid herrscht Einigkeit, die Planung für einen rund acht Millionen Euro teuren Neubau eines Hallenbades voranzutreiben. CDU-Fraktionschef Wiljo Wimmer schlägt "Nutzer-Konferenz" vor.

Selbst 91,5 Prozent Zustimmung aus dem Umfeld des Nievenheimer Hallenbades konnten die Initiatoren des Bürgerbegehrens gegen den Abriss der beiden Hallenbäder nicht trösten. Am Ende fehlten 1990 Stimmen, um den Erhalt zu sichern, viele davon eben aus Nievenheim und Umgebung.

"Von dort kam leider zu wenig", sagte die enttäuschte Sprecherin Kerstin Born nach der Niederlage. Gestern gab sie sich jedoch schon wieder kämpferisch: "Es gibt keinen Grund, den Kopf in den Sand zu stecken. Die Zustimmung der Bürger, die wir trotzdem erfahren haben, ist für uns eine Verpflichtung, bei dem Bäder-Thema dranzubleiben." Das wird sie bald tun können, denn in den nächsten Wochen stehen die politischen Entscheidungen dazu an.

Kämmerer Kai Uffelmann stecke gestern den zeitlichen Beratungsrahmen ab, wie es nach dem Bürgerentscheid von Sonntag weitergeht. Denn nachdem der Entscheid nicht erfolgreich war, ist klar, dass ein neues Hallenbad gebaut wird. Aber wann und wo? Lauf Uffelmann bereitet die Geschäftsführung der Stadtmarketing- und Verkehrsgesellschaft Dormagen (SVGD) Unterlagen zur Beschlussfassung durch den Aufsichtsrat vor.

Darin werden unter anderem inhaltliche Dinge wie acht Bahnen, Lehrschwimmbecken, Sprunganlage festgelegt. "Der Beschluss des Aufsichtsrates wird dem Stadtrat am 25. April vorgelegt", so Uffelmann. "Wir hoffen, dass es im Rat am 4. Juni zu finalen Entscheidungen kommt." Danach kann das Projekt ausgeschrieben werden. Ebenso wie die Rathausverwaltung drückt auch die Politik aufs Tempo. SPD-Fraktionsvize Detlev Zenk mahnt: "Jetzt heißt es, die wichtigen Entscheidungen zum Hallenbad-Neubau zügig voranzutreiben.

Jede Verzögerung bedeutet, zusätzliche Mittel für die notwendige Aufrechterhaltung des Betriebes in den maroden Bäder bereitstellen zu müssen." Die Standortfrage sieht Uffelmann durch den Bürgerentscheid mitentschieden. "Die Aussage des Bürgermeisters mit ,Standort Dormagen' ist eindeutig, ebenso wie die Aussagen im Altenburg-Gutachten." Auch in den großen Fraktionen herrscht Einigkeit. CDU-Fraktionsvorsitzender Wiljo Wimmer präferiert klar den Neubau an der Stelle des heutigen Bades an der Robert-Koch-Straße, genau wie die SPD, wo Zenk das Argument des steuerlichen Querverbundes mit der evd hinzuzieht.

Ein Störfeuer kommt indes vom CDU-Ortsverband Nievenheim. Die dortigen Christdemokraten wollen den Neubau nach Nievenheim haben und fordern Politik und Verwaltung auf, "sich jetzt ganz besonders viel Mühe zu geben, die Auswahl des Standortes sorgfältig und transparent zu treffen", so Vize Barbara Brand. Sie argumentiert: Mit der Entscheidung des Rates, die Römer-Therme am äußersten Südrand der Stadt zu sichern, sei es "nur konsequent, das neue Hallenbad im Norden der Stadt zu platzieren". Einen interessanten Gedanken formuliert Wiljo Wimmer, der im Übrigen auch Vorsitzender des SVGD-Aufsichtsrates ist und die Bad-Fertigstellung "Mitte/Ende 2015" sieht: Er schlägt eine "Nutzer-Konferenz" vor.

Das heißt, alle, die Schwimmzeiten in dem neuen Bad beanspruchen, kommen an einen Tisch und einigen sich über die Verteilung der zur Verfügung stehenden Zeiten — möglicherweise unter Teilnahme eines Mediators. Ein solches erfolgreiches Beispiel gebe es, so Wimmer, in Viersen.

(NGZ/rl)