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Dormagen: Neues Hallenbad soll in die Stadtmitte

Dormagen : Neues Hallenbad soll in die Stadtmitte

Die Rathausverwaltung will die Entscheidung zugunsten des Standorts an der Robert-Koch-Straße in der nächsten Ratssitzung einfordern. Alle alternativen Standorte seien geprüft worden und hätten im Vergleich zu viele Nachteile.

Das geplante neue Hallenbad soll an der Robert-Koch-Straße gebaut werden. Dort an der Stelle des heutigen Schwimmbades. Der Stadtrat soll dementsprechend in seiner nächsten Sitzung am 25. April den Aufsichtsrat der Stadtmarketing- und Verkehrsgesellschaft Dormagen (SVGD) anweisen, den Neubau dort zu errichten. Das ist der Plan der Stadtverwaltung, die in einer umfangreichen Unterlage die Vorzüge des Standortes Stadtmitte beschreibt. Echte Alternativen gebe es nicht, heißt es. "Eine Entscheidung ist dringend erforderlich", sagt Kämmerer Kai Uffelmann. "Es besteht das Risiko, dass die vorhandenen Bäder ausfallen oder dass erhebliche zusätzliche Kosten entstehen, um deren Betrieb aufrecht zu erhalten."

Nach dem Bürgerentscheid, in dem sich die Dormagener am 10. März mehrheitlich gegen eine Sanierung der beiden städtischen Hallenbäder ausgesprochen hatten, mehrten sich vor allem in Nievenheim und Umgebung die Stimmen, wonach auch alternative Standorte geprüft werden sollten. Die SPD-Fraktion formulierte vor diesem Hintergrund einen Prüfauftrag an die Verwaltung, die unter verschiedenen Gesichtspunkten Standort-Alternativen untersuchen sollte, zum Beispiel am Nievenheimer See, an der Gesamtschule Nievenheim oder auf dem Areal des heutigen Hallenbades in diesem Ortsteil. Dem ist die Verwaltung nachgekommen und hat Vor- und Nachteile aufgelistet.

Als stärkstes Argument für den Standort Stadtmitte wird das Altenburg-Bädergutachten genannt. Das Fachbüro hat bereits unterschiedliche Standorte nach vier Kriterien geprüft: zentrale Lage für alle Dormagener; unproblematische Flächenvoraussetzungen für den Neubau; in der Nähe möglichst vieler Schüler, um Transportkosten und -zeiten zu minimieren; unproblematische Zufahrts- und Parkplatzsituation. Von maximal zwölf zu erreichenden Punkten erreichte der Standort des Hallenbades Mitte zehn Punkte. Die Lage ist zentral, so der Gutachter, die Fläche groß genug für einen Neubau, in der Nähe liegen viele Schulen und die Verkehrsinfrastruktur stimmt.

Das sieht bei den "Mitbewerbern" anders aus. Das Areal des jetzigen Hallenbades Nievenheim (sechs von zwölf Punkten) ist laut Gutachter Altenburg "eher dezentral", die Nähe vieler Schüler "eher nicht gegeben". Ein Vergleich: In Nievenheim besuchen 1200 Schüler das Hallenbad, in Mitte etwa 2200. Das größte Manko beim Standort Nieveheimer See (acht Punkte) ist die dezentrale Lage und die fehlende Nähe zu Schulen. Die Dezentralität wird auch als großer Nachteil für das Neubaugebiet Nievenheim IV und das Areal an der Gesamtschule angesehen. Laut Uffelmann sprechen auch finanzielle Erwägungen klar für die Stadtmitte, wo für den Neubau acht Millionen Euro angesetzt sind. Bei anderen Standorten kämen, so sagt er, noch Kosten hinzu: für die Anlage von Parkplätzen, für Kanal- und Straßenbau oder für Grundstückserwerb. "Ebenso sind Mehrkosten beim Schülertransport zu berücksichtigen." Bei fast allen Alternativen wäre ein Baubeginn nicht vor 2015 möglich.

(NGZ/rl)