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Delrather Vereine haben sich viel vorgenommen: Neuer Saal und Ortsmittelpunkt

Delrather Vereine haben sich viel vorgenommen : Neuer Saal und Ortsmittelpunkt

Von Carsten Sommerfeld

Von Carsten Sommerfeld

Durch Delrath geht derzeit ein Ruck. Zwar müssen die Delrather noch zwei Jahre bis zur Fertigstellung der lange ersehnten Bahnüberführung, doch das ist längst nicht das einzige Vorhaben: Die im Ort ansässigen Vereine haben sich zusammengetan, schmieden Pläne: An die Turnhalle der Henri-Dunant-Schule sollen ein Versammlungssaal und Räume für Vereine und Jugendliche angebaut werden. Erste Ideen gibt es auch für einen Dorfmittelpunkt. Nach dem Wunsch der Delrather Vereine soll die Turnhalle um einen Saal erweitert werden. NGZ-Foto: M. Reuter -->

"Delrath befindet sich im Aufbruch", erklärt Hans-Dieter Longerich, Vorsitzender des St. Hubertus-Bürgerschützenvereins Delrath. "Der Anstoß hierzu kam wohl, als wir im Mai an drei Straßen Schilder mit dem Delrather Stadtteilwappen aufgestellt haben." Für ein Anliegen haben sich alle Vereine im Ort zusammen getan: Ein Versammlungssaal und weitere Räumlichkeiten müssten her, meinen die Vereine vom Angelsportverein über die Katholische Frauengemeinschaft, den SSV Delrath bis zum Tambourkorps und Skatklub. Schließlich stünden in Delrath jährlich mehr als 200 Veranstaltungen mit insgesamt fast 11.000 Teilnehmern auf dem Programm, haben die Vereine mit zusammen 1.700 Mitgliedern im 3.100-Einwohner Ort errechnet.

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Einen Versammlungsraum gibt es - neben dem Johannessaal der Pfarrgemeinde - zwar in Delrath, in der Gaststätte zum Ännchen. Der ist auch künftig gesichert: "Mein Pachtvertrag wurde bis 2006 verlängert", erläutert Wirt Willi-Jakob Bonaventura. Doch die Vereine sehen langfristig Raumbedarf, nicht nur für den Fall, dass das "Zum Ännchen" irgendwann doch nicht mehr zur Verfügung stehen sollte: Die Grundschule verfüge über keinen größeren Raum - etwa für Elternabende oder Veranstaltungen mit den 250 Schülern. Tanz- und Musikgruppen hätten keine geeigneten Räume für ihre Proben. Zudem hätten Delrather Jugendliche kaum Möglichkeiten, sich "vereinsungebunden" zu treffen.

Die Lösung haben die Vereine in einem Antrag an die Stadt formuliert: Die Turnhalle der Schule - Grundstückseigentümer ist die Stadt - könne um einen Trakt erweitert werden - "mit einem 260 Quadratmeter großen Versammlungsraum und weiteren Räumen im Obergeschoss." Dort könnten sich die Vereine beispielsweise auch ein Internet-Café oder andere Jugendangebote vorstellen. Ursprüngliche Pläne für einen eingeschossigen, unterkellerten Anbau wurden aus Kostengründen inzwischen fallen gelassen. "Die Vereine werden beim Bau mit anpacken" so Longerich, der um die schlechte Etatlage der Stadt weiß, "aber wir hoffen auf städtische Mittel."

Auf einen Bautermin haben sich die Vereine noch nicht festgelegt. Der Versammlungsraum ist nicht das einzige Projekt: Delrath soll einen Dorfmittelpunkt erhalten. "Unser Ort wurde jahrelang vernachlässigt", erklärt Heinz-Hubert Freyenberg von den Sappeuren. Eine Arbeitsgruppe habe erste Ideen entwickelt. Auf der Grünfläche gegenüber der alten Grundschule, könnten ein "Dorfbaum" mit Wappen und Brunnen mit einem Findling errichtet werden. "Den Findling dafür haben wir bereits", verrät Freyenberg. Und auch das Am Dreieck neben der Bushaltestelle etwas "versteckt" stehende Wegekreuz - "das geht dort im Schilderwald unter" - könnte am neuen Ortsmittelpunkt eine neue Heimat finden. Die Pfarrgemeinde habe bereits der Verlegung zugestimmt.

(NGZ)