Neuer Rekord für Offene Ganztagsschule in Dormagen

Grundschulen in Dormagen : Offener Ganztag verzeichnet großen Zulauf

Ab kommender Woche werden 1520 Kinder den Offenen Ganztag an den Grundschulen besuchen. Dies entspricht einem Wert von 66 Prozent der Grundschüler - Rekord.

Die Sanierungen in den Grundschulen sind abgeschlossen oder nähern sich dem Ende. Kommende Woche beginnt wieder die Schule, wobei 545 Jungen und Mädchen zu einem Großteil sicher schon jetzt ihrer Einschulung entgegen fiebern.

Insgesamt 1520 Anmeldungen liegen der Schulverwaltung für die Offene Ganztagsschule (OGS)  vor, in der die Kinder auch nachmittags von geschultem Personal betreut werden. Damit ist in diesem Bereich ein neuer Rekordwert erzielt worden: Machten die 1480 Kinder, die im vergangenen Schuljahr 2018/2019 die OGS besuchten, noch 65 Prozent aller Grundschüler aus, so beträgt die Quote ab kommender Woche 66 Prozent.  

Längst ist der Offene Ganztag auch in Dormagen eine feste Größe geworden und wird flächendeckend in allen elf Grundschulen und ihren 13 Standorten angeboten. Erster Beigeordneter Robert Krumbein vermag auf Anhieb nicht zu sagen, wann genau auch die letzte Grundschule eine Ganztagsbetreuung einführte. Sehr wohl ist dem ehemaligen SPD-Fraktionsvorsitzenden aber noch gegenwärtig, wie „ich mit meinem damaligen CDU-Gegenüber Wiljo Wimmer darum gerungen habe, das Projekt an zumindest zwei Schulen einzuführen. Wir haben bescheiden angefangen“, wie Krumbein sagt.

Dormagen unterscheidet sich hierin nicht von anderen Städten und Gemeinden, wo insbesondere die CDU dem Offenen Ganztag zunächst mit mehr oder weniger großer Reserve gegenüberstand. In Neuss oder Korschenbroich resultierte die  nicht zuletzt aus dem etablierten Hortsystem, das zugunsten des Offenen Ganztags aufgegeben werden musste. Wobei die CDU das Projekt nicht durchweg ablehnte, wie sich schon  vor mehr als einem Jahrzehnt in Jüchen zeigte, als die dortige CDU den Ausbau des Offenen Ganztags ganz besonders engagiert voran trieb. Am schnellsten auf dem Plan war seinerzeit die Gemeinde Rommerskirchen, die schon nach gut einem Jahr die flächendeckende Einführung der OGS vermelden konnte – was durch die Tatsache, dass es dort lediglich drei Grundschulen gibt, natürlich erleichtert wurde. Dennoch entwickelte sich der Offene Ganztag auch in anderen Kommunen, mal schneller, mal langsamer, zu einem außerordentlichen Erfolgsprojekt, wie die Teilnehmerzahlen schon bald zeigen sollten.

Die Grundlage für das heutige System bildete 2003 ein Erlass der damaligen NRW-Landesregierung, mit dem u.a. die Förderung des Öffentlichen  Ganztags geregelt wurde. In dem Erlass war seinerzeit expressis verbis die Rede davon, dass das Betreuungsangebot jeweils für ein Kontingent von 25 Prozent der jeweiligen Schüler bestimmt sein sollte. Was viel zu niedrig gegriffen war, wie auch die Landesregierung schon bald registrieren musste. War das Angebot erst einmal da, wurde auch die Nachfrage deutlich, und die übertraf die ursprünglich beabsichtigte Quote von Beginn an beträchtlich.

Mit ihrer „Zweidrittel-Mehrheit“ aller Grundschüler, die die OGS besuchen, bewegt sich die Stadt Dormagen längst im Rahmen des auch andernorts Üblichen, und politische Kritik an der OGS ist vollends verstummt. 2015 gab es einen Grundsatz-Beschluss des Stadtrats, wonach das System weiter ausgebaut werden soll. Im Frühjahr hat das Schulverwaltungsamt ein Qualitätsmanagement für die Betreuung eingerichtet. „Es läuft sehr gut. Im Kontext mit anderen sind wir sehr gut aufgestellt“, sagt Robert Krumbein. Neben der OGS gibt es in Hackenbroich ein Hortangebot für Grundschüler sowie eine Hausaufgabenbetreuung außerhalb der Grundschule.

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