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Dormagen: Neuer Pfarrer fühlt sich schon wohl am Rhein

Dormagen : Neuer Pfarrer fühlt sich schon wohl am Rhein

Pfarrer Martin Fröhlich und seine Frau, Opernsängerin Constanze Schumacher, sind aus Bayern nach Stürzelberg gezogen.

Seit einer Woche leeren Martin Fröhlich und seine Frau Constanze Schumacher eine Umzugskiste nach der anderen. Noch ist kein Ende in Sicht, doch bis Sonntag möchten die Beiden ihre schöne Wohnung mit Rheinblick in Stürzelberg fertig eingerichtet haben. Dann nämlich wird Martin Fröhlich ab 10 Uhr als evangelischer Pfarrer von Stürzelberg und Horrem in der Lukaskirche eingeführt. "Da wird es einige Überraschungen geben, auf die ich schon sehr gespannt bin", sagt der 54-Jährige.

In den ersten Tagen hat sich das Ehepaar schon gut eingelebt. "Es ist sehr schön hier, die Menschen sind sehr freundlich und die Kollegen haben mich sehr gut aufgenommen", sagt der humorvolle Pfarrer, der zuvor sechseinhalb Jahre in Selb in Oberfranken gearbeitet hat. Der gebürtige Nürnberger, ein Fan des 1. FC Nürnberg, freut sich s darauf, seinen Club bei Auswärtsspielen im Rheinland zu begleiten: "Hier sehe ich mehr Spiele als von Selb aus, da war es nach Nürnberg zu weit", sagt Fröhlich.

Auch seiner Frau Constanze Schumacher (50), die seit einem Jahr als Sängerin im Chor der Deutschen Oper am Rhein in Düsseldorf und Duisburg arbeitet, gefällt es in Stürzelberg sehr gut: "Der Blick auf die Wiesen und den Rhein ist toll", sagt sie, auch wenn sie den Wald vermisst.

Beide sind glücklich über die "Familienzusammenführung", waren sie mit einer Sechs-Tage-Woche jetzt ein Jahr lang 560 Kilometer voneinander entfernt. Auch zuvor hatten Engagements die in Münster geborene und in Bayreuth aufgewachsene Sängerin nach München oder Berlin verschlagen. "Jetzt genießen wir die gemeinsame Zeit", erklärt Constanze Schumacher, die auch Gesangsunterricht und private Konzerte gibt: "Musik bestimmt mein Leben."

Schön findet Pfarrer Fröhlich, dass in Dormagen auf regelmäßige Schul- und Kindergartengottesdienste Wert gelegt wird. Das war in Bayern nicht so. "Dafür geben die Pfarrer dort sechs Stunden Religionsunterricht, der hier nicht anfällt", erläutert Pfarrer Fröhlich, dem die frühe religionspädagogische Arbeit mit Mädchen und Jungen am Herzen liegt: "Dann kann man altersgerecht bereits im Kindergartenalter die Basis für Religion legen", sagt er.

In Selb war er "Einzelkämpfer, daher freut es Pfarrer Fröhlich, mit Pfarrerin Alexandra Späth, den Pfarrern Frank Picht und Ingolf Schiefelbein drei Kollegen in unmittelbarer Nähe zu wissen: "Die Zusammenarbeit wird gut."

Mit dem rheinischen Dialekt hat der Franke bisher kein Problem: "Da war das in Oberbayern oft viel schlimmer", sagt Fröhlich, der vor Selb Pfarrer im Probedienst in Vohburg bei Ingolstadt und Pfarrer in Bayreuth war. Als Junge hat er acht Jahre, bis er zehn Jahre alt war, in Tansania gelebt, wo sein Vater, ebenfalls evangelischer Pfarrer, als Missionar tätig war. Dort lernte er die Tier- und Pflanzenwelt Afrikas mit Löwen, Giraffen, Mangos und Ananas schätzen — sowie Schlangen und Ameisen, die einen Hühnerstall leer nagen konnten, fürchten. Die Rückkehr nach Bayern war wie ein Kälteschock für ihn. In Dormagen sei es aber deutlich wärmer als in Selb, meint Pfarrer Fröhlich, der sich auch auf Motorradfahrten und Radtouren in der "Ebene" freut.

(NGZ/rl)