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Dormagen: Neuer Kämmerer jetzt im Dienst

Dormagen : Neuer Kämmerer jetzt im Dienst

Die von seinem Vorgänger Ulrich Cyprian geerbte Schrankwand ist noch komplett leer, persönliche Gegenstände fehlen auch noch im Büro des neuen Stadtkämmerers Kai Uffelmann. Montag trat er seinen Dienst im Rathaus an.

Mit der Telefonanlage läuft es noch nicht rund. Als Kai Uffelmann eine Bürgerin, die fälschlicherweise bei ihm gelandet ist, weiterverbinden will, ist die Dame auf einmal raus aus der Leitung. "Das hat jetzt nicht geklappt. Mein erster Patzer", sagt der neue Stadtkämmerer und lacht, wohl in dem Wissen, dass die Technik immer Hort von Ärger sein kann.

Gestern hatte Uffelmann seinen ersten Tag im Rathaus, führte Gespräche mit Kollegen, seinen Mitarbeitern — allein im Bereich Service Finanzen sind es rund 30 — und Bürgermeister Peter-Olaf Hoffmann als dessen Stellvertreter in der Verwaltung Uffelmann auftreten wird. Obwohl sein Terminplan auch für die nächsten Tage schon voll ist, will er zwischendrin auf jeden Fall Zeit finden, seinen Karton mit persönlichen Dingen auszupacken.

Es ist sein Einziger. "Ich bin kein Sammler", sagt Uffelmann, der Ordnung auf seinem Schreibtisch liebt. Doch ein bisschen persönlich soll es werden in seinem Dienstzimmer in der dritten Etage des Rathauses. Ein Bild der Familie kommt noch auf den Schreibtisch, sowie Bilder von Leuchttürmen — Uffelmann ist großer Leuchtturm-Fan — an die Wände.

In der Politik wird Uffelmann zurückhaltend positiv willkommen geheißen. "Ich gebe ihm erstmal 100 Tage", sagt CDU-Fraktionschef Wiljo Wimmer. "Er wäre der falsche Mann, wenn er gleich zum Start alles besser wissen würde." Da die Strukturen ja schon vorhanden seien, könne sich Uffelmann, der selbst sagt, er müsse jetzt erstmal viel lesen, zügig einen Überblick verschaffen. Das sei angesichts der Folgen des modifizierten Gemeindefinanzierungsgesetzes auch nötig.

"Da erwarten wir Lösungsansätze, um weiterhin die Hauhaltssicherung zu vermeiden." Durch die Gesetzes-Modifizierung fehlen für 2011 und 2012 jeweils bis zu vier Millionen Euro im städtischen Haushalt. SPD-Fraktionschef Bernhard Schmitt will dem neuen Mann etwas Zeit lassen.

"Sein Vorgänger hat auch zwei Jahre gebraucht, bis er voll drin war." Andererseits werde die Schonfrist nicht allzu lange dauern können, denn Uffelmann müsse die Aufstellung des neuen Haushalts in Angriff nehmen und schnell zeigen, wie er eine finanzielle Schieflage gerade biegen will. "Eine schwierige Aufgabe, aber auch eine große Chance", sagt Schmitt. Und eine Aufgabe, für die Uffelmann einen klaren Kopf braucht. Den will er beim Radfahren bekommen. Denn der Erste Beigeordnete wird, bis er ein Eigenheim für sich und seine Familie gefunden hat, mit dem Rad von seinem Appartement in Rheinfeld zum Rathaus radeln.

(NGZ/rl)