Dormagen: Neue Turnhalle für die St.-Nikolaus-Schule?

Dormagen: Neue Turnhalle für die St.-Nikolaus-Schule?

Der Sanierungsaufwand an der Stürzelberger Schule ist viel höher als erwartet. Die Stadt erwägt jetzt einen Neubau als Alternative.

Die Aufgabenstellung klang recht unkompliziert: Fenster und Sanitärräume sanieren, Heizungsanlage und Gasanschluss erneuern. Zumal es sich "nur" um eine Turnhalle handelt. 400.000 Euro hatte der städtische Eigenbetrieb dafür vorgesehen. Jetzt sind die geplanten Arbeiten an der St.-Nikolaus-Grundschule in Stürzelberg gestoppt, wann es losgeht, ist offen. Grund dafür ist ein deutlich höherer Sanierungsaufwand als gedacht, der beim näheren Hinsehen deutlich wurde. Jetzt ist schon von einer Million Euro die Rede. Die Folge: Die Stadt denkt sogar über den Bau einer neuen Turnhalle nach.

Eine neue Sichtweise gibt es auch an anderer Stelle: An der Regenbogenschule in Rheinfeld soll die Offene Ganztagsschule neu gebaut werden. Dafür sind 2,743 Millionen im Wirtschaftsplan vorgesehen. Wahrscheinlich wird es mehr werden. Denn das Vergabeverfahren ist, anders als vorgesehen, nicht zum Jahresende gestartet worden. Weil jetzt in Rheinfeld in Anlehnung an den derzeit entstehenden Lernort in Horrem ein "Mini-Lernort" gebaut werden soll, verzögert sich die Umsetzung um einige Monate. Für Beigeordnete Tanja Gaspers kein großes Problem, für sie zählen die neue Entwicklung und das Ergebnis am Ende. "Schule und OGS sollen mehr miteinander verzahnt werden", sagt sie. "Aus dem pädagogischen Konzept resultieren bauliche Anforderungen. Die müssen in das Vergabeverfahren eingearbeitet werden. Im ersten Halbjahr wird die komplette Planungsleistung ausgeschrieben." Vorgesehen ist angesichts des Kostenvolumens ebenfalls eine Projektsteuerung.

Den Begriff "Lernort" hört man an der Schule nicht so gerne, weil er als missverständlich angesehen wird. Denn die Verzahnung wird ohne Kindertagesstätte erfolgen, anders als im Vorzeige-Projekt in Horrem. In Rheinfeld geht es vor allem auch darum, die viel zu große Entfernung zwischen dem Unterricht in der Grundschule und der Betreuung in der OGS zu überwinden. Die OGS-Kinder sind am Nachmittag rund 500 Meter weit entfernt. Vielleicht unter Mithilfe einer professionellen Begleitung soll in den kommenden Wochen und Monaten ein Konzept entwickelt werden.

Während in Rheinfeld klar ist, dass dort eine neue OGS gebaut wird, steht eine Entscheidung in Stürzelberg noch aus, ob es anstelle einer aufwendigen Sanierung der St.-Nikolaus-Turnhalle einen Neubau geben wird. Nach Angaben der Beigeordneten Gaspers muss es dazu noch weitere detaillierte Untersuchungen geben. Dem Betriebsausschuss Eigenbetrieb wird dann der Zustandsbericht vorgelegt, ebenso Kosten und Alternativen. Dann entscheidet die Politik. Gaspers erklärt, dass Sanierungen an einer Stelle bauphysikalische Auswirkungen an einer anderen haben können, und das sind oft negative. "Sinnvoll ist letztlich eine ganzheitliche Betrachtung des Turnhallen-Gebäudes."

Schulleiterin Sonja Clevers bleibt gelassen: "Natürlich gibt es Mängel an der Turnhalle. Die werden aber von der Stadt immer schnell behoben. Der Sportunterricht läuft wie gewohnt." Die Pädagogin sagt aber auch mit einem Lächeln: "Gegen eine neue Halle hätte sicher niemand etwas."

(schum)