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Dormagen: Neue Regiobahn ungewiss

Dormagen : Neue Regiobahn ungewiss

Die Verhandlungen um die Regionalbahnverbindung RE 6a, die Dormagen an Düsseldorf anbinden sollte, sind ins Stocken geraten. Die Verhandlungspartner streiten um den Preis. Nun ist fraglich, ob die Bahn überhaupt kommt.

Wenn alles glatt gelaufen wäre, würde seit zehn Tagen die Regionalbahnlinie RE 6a zwischen Dormagen und Düsseldorf verkehren. Wäre, würde, hätte, könnte —bisher haben sich Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) und Gleisbetreiber DB Regio nicht auf einen Preis einigen können.

Der VRR soll einen fetten Aufschlag für die Nutzung der Gleise zahlen. Inzwischen scheint die Umsetzung auf wackligen Füßen zu stehen. Zwar beschwichtigt VRR-Sprecher Johannes Bachteler: "Die Bahn soll zum kleinen Fahrplanwechsel im Sommer kommen, fügt dann aber hinzu: "wenn überhaupt". Die Fronten sind verhärtet. VRR-Chef Martin Hussmann hatte bereits angekündigt, eine schnelle Lösung zu suchen — "mit oder ohne DB Regio".

Frank Schmidt, Bezirksvorsitzender der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GdL), kann das verstehen: "Ich halte die Preisvorstellungen der DB Regio für stark übertrieben." Das Unternehmen verlange pro Kilometer fast den doppelten Preis im Vergleich zur Hauptlinie RE 6. Dennoch glaubt Schmidt, dass sich die Verhandlungspartner einigen. Er schätzt, dass auf der Linie sechs Lokführer plus Werkstattpersonal und Fahrkartenkontrolleure eingesetzt werden könnten. Festgelegt auf die DB Regio ist Schmidt aber nicht.

Denkbar ist inzwischen nämlich auch, dass ein Privatunternehmen die Verbindung betreibt. Hans Leister, Geschäftsführer bei Keolis, wird im Branchenportal "Eisenbahnjournal" zitiert: "Wir alle kennen die Verkehrsprobleme zwischen Düsseldorf und Köln." Im Sinne der Kunden müsse dringend etwas passieren. Wenn die Aufgabenträger auf Keolis zukämen, "werden wir uns nicht verschließen, sondern konstruktiv an einer Lösung mitarbeiten". Für eine Stellungnahme war Hans Leister gestern allerdings nicht zu erreichen.

Die Co-Finanzierung durch das Land, die einen großen Batzen der Kosten übernimmt, ist jedenfalls gesichert. "Von uns aus kann es losgehen", hatte ein Sprecher des Verkehrsministeriums im November gegenüber der NGZ erklärt. 3,5 Millionen Euro stellt das Land alleine 2012 für die RE 6a zur Verfügung. In den kommenden Jahren soll sogar noch mehr Geld fließen. Auch über eine Erweiterung der Linie bis zum Düsseldorfer Flughafen wurde bereits laut nachgedacht.

Stadtbus-Geschäftsführer Ulrich Pfister hatte sich zuletzt abwartend gegeben. Auf den Busfahrplan habe der Verhandlungsstand zwischen DB Regio und VRR keine Auswirkungen. Die Stadtbus GmbH will mit ihren Planungen warten, bis Klarheit herrscht.

(NGZ)