1. NRW
  2. Städte
  3. Dormagen

Dormagen: Neue Netzwerkerin für psychisch Kranke

Dormagen : Neue Netzwerkerin für psychisch Kranke

Ihre ersten sechs Wochen hat Claudia Hiep als Leiterin des Netzwerks Alte Apotheke hinter sich. Sie kümmert sich um die Angebote für psychisch Kranke und um das Netzwerkcafé für alle Gäste. Dringend werden Bufdis gesucht.

Im Netzwerkcafé zusammensitzen oder eines der zahlreichen Kreativangebote nutzen, die vom Kochen über Basteln bis zum Spielenachmittag reichen – das alles ist im Netzwerk "Alte Apotheke" möglich. Im Café an der Kölner Straße 30, in dem vor allem die Theke mit den alten Apothekerschränken ein Hingucker ist, sind Gäste nicht nur zu den Veranstaltungen willkommen. "Wir wollen ein Begegnungsort für alle Besucher sein", erklärt Claudia Hiep, die seit 1. Juni die Leiterin des Netzwerks "Alte Apotheke" ist, das für psychisch Kranke und Behinderte viele verlässliche Angebote vorhält, mit denen sie ihren Tag strukturieren können.

Seit fast 29 Jahren arbeitet Claudia Hiep bereits für die St.-Augustinus-Behindertenhilfe, beziehungsweise deren Vorgängerunternehmen. Nach ihrer Ausbildung als Krankenschwester im Neusser St.-Alexius-Krankenhaus hat sie viele Bereiche der Behindertenhilfe durchlaufen, zuletzt war sie stellvertretende Leiterin im Haus Barbara in Neuss. Als nun die bisherige Leiterin des Netzwerks "Alte Apotheke", Melanie Schade, in Mutterschutz ging, hat Claudia Hiep die Stelle für vorerst zwei Jahre übernommen. Mit ihrem Mann wohnt sie in Allerheiligen, das Netzwerk und Dormagen kennt sie bereits gut: "Ich bin oft privat hier zum Einkaufen auf dem Markt oder zum Schwimmen in der Römer-Therme", sagt die 47-Jährige, die die Arbeit im Netzwerk sehr schätzt: "Ich bin gern kreativ und freue mich, wenn die Angebote bei den Besuchern gut ankommen", erklärt Claudia Hiep.

Wie wichtig ein gemeinsames Angebot von psychisch Behinderten und Nichtbehinderten ist, weiß auch Charly Bertelmann (56). Der Einrichtungsleiter "Ambulant Betreutes Wohnen und Tagesstrukturierende Dienste im Rhein-Kreis Neuss" ist nun bei der St.-Augustinus-Behindertenhilfe auch für das Netzwerk "Alte Apotheke" zuständig, das früher dem Wohnverbund St. Josef angeschlossen war. "Wir begleiten die psychisch Erkrankten und bieten ihnen Hilfe, Freizeitspaß und sinnvolle Tätigkeiten wie die Flyer-Herstellung in unserer Medienwerkstatt an", erläutert der diplomierte Sportlehrer. Auch der Pfarrbrief der benachbarten Kirche St. Michael wird im Netzwerk erstellt und auch von Freiwilligen ausgeliefert. "Wir wollen in angenehmer Atmosphäre mit den Behinderten und Nichtbehinderten gemeinsam etwas anpacken", sagt Claudia Hiep. Von montags bis freitags ist das Netzwerkcafé geöffnet, zusätzlich werden an jedem vierten Samstag Spielerunden angeboten.

Bei den zahlreichen Veranstaltungen helfen den Mitarbeitern, die 2,5 Stellen besitzen, einige Ehrenamtler. Das ist nötig, um das große Angebot aufrecht zu erhalten. Bis Ende Juli unterstützen zwei Mitarbeiter im Freiwilligen Sozialen Jahr das Netzwerk. "Danach brauchen wir dringend Bufdis oder weitere FSJ-ler", sagt Hiep. Die Freiwilligen übernehmen Fahrdienste, begleiten die Teilnehmer auf Ausflüge, beim Einkaufen, helfen im Café und können ihre Kreativität miteinbringen, zum Beispiel musizieren oder basteln. "Das Netzwerk soll ein Stück Heimat bieten", sagt Claudia Hiep.

(NGZ)